<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
              <rss version="2.0">
              	<channel>
              		<title>Everest-Blog | Deutsche Welle</title>
					<link>http://everest-blog.dw-world.de/everest-blog</link>
		            <description>Der Mount Everest-Weblog von DW-WORLD.DE, dem
Online-Angebot der Deutschen Welle. Unser Blog-Reporter auf dem Dach
der Welt ist Stefan Nestler.</description>
              		<language>de</language>
					<copyright>2005, DW-WORLD.DE, Deutsche Welle</copyright>
					<pubDate>Wed, 28 Mar 2007 01:10:00 +0000</pubDate>
					<image>
						<url>http://partner.dw-world.de/syndication/media/rdf_dw_logo.gif</url>
						<title>Everest-Blog | Deutsche Welle</title>
						<link>http://everest-blog.dw-world.de/everest-blog</link>
						<description>Der Mount Everest-Weblog von DW-WORLD.DE, dem
Online-Angebot der Deutschen Welle. Unser Blog-Reporter auf dem Dach
der Welt ist Stefan Nestler.</description>
						<width>88</width>
						<height>25</height>
					</image>
						<item>
                		<title>Zurück in der Zivilisation</title>
                		<link>http://everest-blog.dw-world.de/everest-blog/index.php?section=news_detail&amp;NewsID=115</link>
                		<description> 

Ich fühle mich erschlagen. Liegt es an den anderthalb Tagen Jeep- und Busfahrt? Liegt es am Höhenunterschied von 4000 Metern gegenüber dem Basislager an der Mount Everest- Nordwand? Liegt es am Lärm und an der Quirligkeit der Millionen-Stadt Kathmandu? Oder liegt es ganz einfach daran, dass unsere Expedition nun Vergangenheit ist? Wahrscheinlich ist es eine Mischung aus allen Faktoren.   

&lt;b&gt; Duschen bis das Wasser kalt wird &lt;/b&gt;

Wir sind zurück in der Zivilisation. Es ist ein herrliches Gefühl, nach einem Monat wieder ausgiebig zu duschen. Ich stand so lange unter der Brause, bis das Wasser kalt wurde. Ich weiß, eigentlich sollte ich mit warmem Wasser in Nepal sparsam umgehen, aber ich konnte einfach nicht anders. Anschließend rasierte ich mich - was mindestens so lange dauerte wie das Duschen. Nun bin ich also wieder sauber, nicht nur körperlich, sondern auch textil-technisch:  Ich hatte mir einige frische Klamotten für Kathmandu zurückgelegt. Die Rückverwandlung vom Yeti zum Stadtmenschen ist also vollzogen. 

Ist der Everest damit für mich Geschichte? Die Eindrücke sind noch sehr frisch, irgendwann werden sie Erinnerungen. Chomolungma, die &quot;Göttinmutter der Erde&quot;, war uns gnädig gesonnen. Gerlinde, Ralf, Hiro, Sitaram und ich sind heil an Körper und Seele von unserem Abenteuer zurückgekehrt – keine Selbstverständlichkeit, bedenkt man, wie nahe Hiro dem Tod war. Und doch wird er zu den Achttausendern zurückkehren – wenn auch erst nach einem medizinischen Check in seiner Heimatstadt Tokio. 

&lt;b&gt; Danke für´s Daumen drücken &lt;/b&gt;

Sie werden sich vielleicht fragen, warum. Ob es nicht sinnvoll wäre, nach einem derartigen Grenzerlebnis den Schlussstrich unter das Höhenbergsteigen zu ziehen? Aber dann wäre Hiro nicht Hiro. Die Angst vor einem neuen Hirnödem wird mitklettern, aber ihn nicht davon abhalten, wieder Risiken einzugehen. Ganz ausdrücklich bedankt sich der Japaner bei allen Lesern des Blogs, die ihm in den dramatischen Stunden am Everest die Daumen gedrückt haben – und mehr. 

Ich danke Ihnen auch für Ihr Mitgefühl, Ihr Mitfiebern und Ihr Miterleben-Wollen während der Zeit an der Mount Everest-Nordwand. Auf Wiederlesen!  
</description>
						<pubDate>05 June 2005 02:19:01</pubDate>
                		<guid>http://everest-blog.dw-world.de/everest-blog/index.php?section=news_detail&amp;NewsID=115</guid>
					</item>
                		<item>
                		<title>Good-bye, Mount Everest!</title>
                		<link>http://everest-blog.dw-world.de/everest-blog/index.php?section=news_detail&amp;NewsID=114</link>
                		<description>&lt;br&gt;&lt;br&gt;
Wir bauen die Zelte ab. Es ist Zeit, Abschied zu nehmen. Fast drei Wochen lang habe ich dir in die Nordwand geblickt. Zwei Wochen davon hast du mir deinen eigenartigen Hutschmuck in Form einer Windfahne gezeigt, mit dem du bei keinem Pferderennen Staat machen würdest. 

&lt;b&gt; Lass die Muskeln spielen &lt;/b&gt;

Aber ich habe begriffen, dass es deine Art ist, die Muskeln spielen zu lassen. Nur so kannst du viele dieser steinreichen, aber beinschwachen Möchtegern-Bergsteiger abschütteln, die sich auf deinem Rücken ihr Ego aufpolieren wollen. 8,1 Kilometer Fixseile haben sie dir in dieser Saison allein auf der Nordseite als Fesseln angelegt, bis hinauf zum Gipfel. 

Dort konnte sich heraufziehen oder -schieben lassen, wer immer es sich leisten konnte. Die Atemmaske auf und los, vorne der Bergführer, hinten der Kameramann. Ich habe es nicht selbst gesehen, aber Ralf, Gerlinde und Hiro haben es mir erzählt. Als sie auf den Nordsattel gestiegen sind, haben sie eine Welt betreten, die mit Bergsteigen nicht mehr viel gemein hat. Die drei haben es mit Humor getragen. Aber du kannst sicherlich nicht mehr über die Auswüchse lachen, die sich Jahr für Jahr wiederholen und sogar steigern. 

&lt;b&gt; &quot;Göttinmutter der Erde&quot; &lt;/b&gt;

Von der Südseite sind sie dir vor ein paar Wochen mit einem &lt;a href=&quot;http://www.handelsblatt.de/pshb/fn/relhbi/sfn/buildhbi/cn/GoArt!204455,204493,903633/SH/0/depot/0/&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Spezial-Hubschrauber&lt;/a&gt; aufs Haupt geflogen. Demnächst organisieren sie noch einen Kaffeeflug auf deinen Gipfelgrat: &quot;Der ultimative Kick: 100 Meter und Sie stehen auf dem Dach der Welt! Kaffee, Kuchen und Sauerstoff inklusive!&quot;
 
Armer Mount Everest! Für mich bleibst du Chomolungma, die &quot;Göttinmutter der Erde&quot;. Ich bin dir dankbar, dass du uns Hiro zurückgegeben hast. Er wäre das falsche Opfer gewesen. Denn er ist - wie Gerlinde und Ralf - ein Bergsteiger. Nicht wie ich ein bereits auf 5500 Metern Höhe keuchender Schreiberling, der dennoch eine alles in allem schöne Zeit am Fuße deiner Nordwand hatte.

P.S. Ich melde mich noch einmal aus Kathmandu &lt;a href=&quot;http://everest-blog.dw-world.de/everest-blog/index.php?section=news_date&amp;Date=12.05.2005&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;(wo alles angefangen hat)&lt;/a&gt;</description>
						<pubDate>02 June 2005 06:17:05</pubDate>
                		<guid>http://everest-blog.dw-world.de/everest-blog/index.php?section=news_detail&amp;NewsID=114</guid>
					</item>
                		<item>
                		<title>Das Allerheiligste</title>
                		<link>http://everest-blog.dw-world.de/everest-blog/index.php?section=news_detail&amp;NewsID=113</link>
                		<description>&lt;br&gt;&lt;br&gt;
Unser Haus in Köln ist schon 13 Jahre alt. Die Zeit der Hausführungen liegt also schon eine Weile zurück. Aber ich erinnere mich noch genau, dass mich damals immer ein ungutes Gefühl beschlich, wenn ich die Tür zu unserem Schlafzimmer öffnen musste. Das war für mich ein intimer Ort, der niemanden etwas anging, gewissermaßen das &quot;Allerheiligste&quot; im Haus. Dort wollte ich das Bett ungemacht lassen, wenn mir danach war, dort wollte ich schlichtweg ungestört sein. Eintritt verboten!

&lt;b&gt; Tägliche Hausführung &lt;/b&gt;

Nun stellen Sie sich eine Führung durch ein neues Haus vor und der Besitzer sagt: &quot;Liebe Freunde, hier ist das Schlafzimmer, aber es ist für euch tabu.&quot; Unmöglich, und so öffnete auch ich damals die Tür, die ich so gerne geschlossen gelassen hätte. 

Unsere Zeit am Mount Everest neigt sich dem Ende zu. Meine Berichte waren so etwas wie eine tägliche Hausführung durch das Basislager. Sie lernten die menschlichen und tierischen Bewohner kennen, ihre täglichen Gewohnheiten, die Umgebung. Aber haben sie es registriert? 

&lt;b&gt; Mein Schlafzimmer &lt;/b&gt;

In mein Zelt habe ich Sie nie blicken lassen. Das war mein Schlafzimmer, mein Refugium, mein privater Raum. Heute dürfen Sie hereinschauen. Ich habe das Zelt extra für Sie fotografiert. Sie sehen nichts Spektakuläres: einen Daunenschlafsack, einen Rucksack, ein Paar verstaubte Bergschuhe. Wenn Sie in die Zelttaschen am Rand blicken, ahnen sie vielleicht, dass ich nicht der Ordentlichste bin. Die dreckigen Klamotten passten leider nicht in den Bildausschnitt. Und den feinen Everest-Staub auf dem Boden und auch sonst überall können Sie nur ahnen. 

Aber ich habe Ihnen mein Schlafzimmer gezeigt! Dass sie mir bloß nicht kommen, und sagen, die Hausführung sei unvollständig gewesen.</description>
						<pubDate>02 June 2005 11:35:05</pubDate>
                		<guid>http://everest-blog.dw-world.de/everest-blog/index.php?section=news_detail&amp;NewsID=113</guid>
					</item>
                		<item>
                		<title>Wiedersehensfreude!</title>
                		<link>http://everest-blog.dw-world.de/everest-blog/index.php?section=news_detail&amp;NewsID=112</link>
                		<description>&lt;br&gt;&lt;br&gt;
Nach einem über zehn Stunden langen Fußmarsch über den östlichen und den zentralen Rongbukgletscher treffen Gerlinde, Ralf und Hiro am späten Nachmittag wieder im Basislager ein. Hiro schleppt sich mit buchstäblich letzter Kraft ins Ziel. 

&lt;b&gt; Leben gerettet &lt;/b&gt;

Der Japaner wirkt schwer gezeichnet von den dramatischen Ereignissen der letzten Tage. Er torkelt auf den letzten Metern, Gerlinde und Ralf müssen ihn stützen, damit er nicht stürzt. Seinen Rucksack will Hiro aber um keinen Preis abgeben. Als er sich vor dem Mannschaftszelt auf einen Stein setzt, zittern seine Knie. Wasser schießt in seine Augen, verschämt zieht Hiro die Sonnebrille ins Gesicht.  

Ihm ist bewusst, dass er dem Tod sehr, sehr nahe war und dass seine Freunde Gerlinde und Ralf ihm das Leben gerettet haben. Auch die beiden sind noch tief beeindruckt. Der verpasste Gipfelversuch ist in den Hintergrund gerückt. Wichtig ist, dass Hiro lebt. 

&lt;b&gt; Fast ein Wunder!&lt;/b&gt;

Gerlinde und Ralf erzählen noch einmal die dramatischen Ereignisse im Zelt in 7650 Metern Höhe. Hiro war nicht mehr ansprechbar, sein Puls war trotz der großen Höhe auf 50 Schläge pro Minute gefallen. Hiros Körper war so kalt, dass Gerlinde nur mit größter Mühe eine Vene fand, um das Notfallmedikament Dexamethason zu spritzen. Anschließend packten Gerlinde und Ralf ihn in einen Daunenanzug und alle verfügbaren Schlafsäcke. 

Obwohl seine Augen zeitweise geöffnet waren, schien Hiro weit weg zu sein. Den eingeflößten Tee erbrach er nach einer Weile, dann spuckte er Blut. Im Laufe der Nacht weckten Gerlinde und Ralf ihn immer wieder auf, gaben ihm zu trinken, verabreichten ihm Medikamente. Langsam besserte sich sein Zustand. In einem lichten Moment forderte Hiro Ralf auf, ihn zu fotografieren, bevor er sterbe. Jetzt sitzt Hiro hier mit uns am Tisch im Mannschaftszelt, geschwächt, aber sehr lebendig. Fast ein Wunder!
</description>
						<pubDate>01 June 2005 09:24:04</pubDate>
                		<guid>http://everest-blog.dw-world.de/everest-blog/index.php?section=news_detail&amp;NewsID=112</guid>
					</item>
                		<item>
                		<title>Wilde Welt</title>
                		<link>http://everest-blog.dw-world.de/everest-blog/index.php?section=news_detail&amp;NewsID=111</link>
                		<description>&lt;br&gt;&lt;br&gt;
Gerlinde, Ralf und der von seiner Hirnödem-Attacke wieder genesene Hiro sind auf dem Weg zurück ins Basislager. Wenn sie hier ankommen, werden sie zunächst bemerken, dass unsere Zelte nach dem Abschied der Tschechen vereinsamt wirken. Die Tierwelt aber wird ihnen unverändert vorkommen. 

&lt;b&gt;Animalische Dramen&lt;/b&gt;

Dabei haben sich im Basislager während der Abwesenheit der drei Bergsteiger animalische Dramen abgespielt. Alles begann mit der Ankunft der 19 Yaks, auf deren Rücken das Material der Tschechen abtransportiert werden sollte. Die Himalaya-Rindviecher selbst sind friedliche Genossen. Mit ihren Kuhglocken sorgten sie sogar für ein wenig Alpenflair. 

Im Gefolge der Yaks aber waren noch weitere Tiere im Basislager aufgetaucht. Zunächst ein schwarzer zotteliger Hund, bei dem mir bis zum Schluss nicht klar war, ob er einen Job als Hirtenhund hatte oder ein gemeiner Straßenköter war, der sich im chinesischen Basislager der Karawane angeschlossen hatte. Ich sah ihn nur einmal schnell laufen und hörte ihn nur einmal laut bellen: als er hinter dem verschreckten Rehbock Rocky die Gletschermoräne hinaufjagte.

&lt;b&gt; Yak, Hund, Krähe, Huhn und Reh &lt;/b&gt;

Mit den Yaks erreichten auch drei Krähen das Basislager. Offenbar witterten sie Essensreste. Nachdem sie keine herumliegenden gefunden hatten, machten sie sich schamlos über unsere Müllbeutel her. Sie verteilten den Inhalt in weitem Kreis und ließen sich nur von mittelgroßen Steingeschossen vertreiben. Dabei machten die drei schwarzen Vögel einen Krach wie zehn Schneehühner.

Nachdem die Yak-Karawane der Tschechen inklusive Hund und Krähen abgezogen war, blieben die geschockten Hühner und Rehe zunächst verschwunden. Erst mit einem Tag Verspätung kehrten sie zurück. Jetzt ist wieder fast alles wie zuvor: die Schneehühner plärren, Rocky und seine Reh-Familie streifen lautlos durch die Gegend. Doch die Hühner sind von der Speisekarte verschwunden. Dort stünden jetzt Krähe und Hund. Aber mir ist dann doch eher nach Vegetarischem.</description>
						<pubDate>01 June 2005 12:28:05</pubDate>
                		<guid>http://everest-blog.dw-world.de/everest-blog/index.php?section=news_detail&amp;NewsID=111</guid>
					</item>
                		<item>
                		<title>Sicher auf 6400 Metern</title>
                		<link>http://everest-blog.dw-world.de/everest-blog/index.php?section=news_detail&amp;NewsID=110</link>
                		<description>&lt;br&gt;&lt;br&gt;
&lt;a href=&quot;http://everest-blog.dw-world.de/everest-blog/index.php?section=news_detail&amp;NewsID=71&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Hiro&lt;/a&gt; ist außer Gefahr -  das ist die wichtigste und beste Nachricht eines Tages im Basislager, an dem es in einem fort stürmt und ab und zu schneit. Gerlinde, Ralf und Hiro sind inzwischen im vorgeschobenen Basislager der tibetischen Normalroute auf 6400 Metern eingetroffen. 

&lt;b&gt; Freudige Überraschung &lt;/b&gt;

&quot;Hiros Zustand hat sich zusehends gebessert, je tiefer wir abgestiegen sind&quot;, sagte Ralf am Satellitentelefon. Bei einer Pause am Nordsattel in gut 7000 Metern Höhe sei der Japaner noch ziemlich blass gewesen. &quot;Später hat er abgeseilt wie ein junger Gott.&quot;

Freudige Überraschung im vorgeschobenen Basislager auf dem östlichen Rongbuk-Gletscher: Der neuseeländische Expeditionsleiter &lt;a href=&quot;http://www.everest2004.co.uk/russell_cv.htm&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Russell Brice&lt;/a&gt;, den Ralf von der gemeinsamen Arbeit im internationalen Bergführer-Verband kennt, stellte ihnen ein großes Zelt zur Verfügung und versorgte sie mit Essen und Getränken. Hiro gönnte sich eine Mütze Schlaf. 

&lt;b&gt; Was ist schon ein Gipfel &lt;/b&gt;

Gerlinde und Ralf haben die Medikamente für Hiro abgesetzt. Der Abstieg um gut 1200 Höhenmeter hat offenbar ausreichend Linderung verschafft. &quot;Das Hirnödem wird man nur noch in der neurologischen Station eines Krankenhauses nachweisen können&quot;, so Ralf.

Hiro wird morgen um die Mittagszeit mit Ralf und Gerlinde in unser Basislager auf dem zentralen Rongbuk-Gletscher zurückkehren. Eigentlich wollten die drei Bergsteiger an diesem Tag auf dem 8850 Meter hohen Mount Everest stehen. Doch was ist schon ein Gipfel gegen das gewonnene Leben eines Freundes?


</description>
						<pubDate>31 May 2005 05:30:01</pubDate>
                		<guid>http://everest-blog.dw-world.de/everest-blog/index.php?section=news_detail&amp;NewsID=110</guid>
						<enclosure url="http://mp3.dw-world.de/dwelle/blogs/Deutsche_Welle_Everest_Blog_Entwarnung.mp3" length="6545899" type="audio/mpeg" />
					</item>
                		<item>
                		<title>Hiro geht es besser</title>
                		<link>http://everest-blog.dw-world.de/everest-blog/index.php?section=news_detail&amp;NewsID=109</link>
                		<description>&lt;br&gt;&lt;br&gt;
Unsere Gebete sind erhört worden, ein Mount Everest fällt mir vom Herzen: &lt;a href=&quot;http://everest-blog.dw-world.de/everest-blog/index.php?section=news_detail&amp;NewsID=71&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Hiro&lt;/a&gt; ist nach seiner &lt;a href=&quot;http://everest-blog.dw-world.de/everest-blog/index.php?section=news_detail&amp;NewsID=108&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Hirnödem-Attacke&lt;/a&gt; offenbar über den Berg. &quot;Er hat getrunken, gegessen und spricht mit uns&quot;, sagte Ralf heute morgen am Satellitentelefon. Ralf wirkte müde, aber erleichtert: Gerlinde und er hatten Hiro die ganze Nacht über im Zelt in 7650 Metern Höhe wach gehalten, während es draußen heftig stürmte. Hiro selbst habe in den Nachtstunden gesagt, wenn er jetzt die Augen schließe, öffne er sie nie mehr.  

&lt;b&gt; Zwei Stunden fehlen in seiner Erinnerung &lt;/b&gt;

Der 34 Jahre alte Japaner, so Ralf, habe ihnen auch geschildert, wie er seinen Zusammenbruch erlebt habe. Hiro habe die Stimmen der Freunde nur noch von weit her gehört. Als er die Hand hob, habe er kein Gewicht mehr verspürt. Sein Körper sei wie eingefroren gewesen. &quot;Zwei Stunden fehlen in seiner Erinnerung.&quot;
 
Ralf und Gerlinde holten sich per Satellitentelefon in Österreich medizinischen Rat: bei einer Internistin der Klinik, in der Gerlinde früher als Krankenschwester gearbeitet hatte. Die Ärztin riet den beiden, Hiro neben dem Notfall-Präparat Dexamethason auch das blutverdünnende Medikament Adalat zu verabreichen. Danach ging es ihm spürbar besser.

&lt;b&gt; Irgendwie bekommen wir ihn schon runter &lt;/b&gt;
 
&quot;Ich denke, wir haben ihn knapp von der Schippe geholt&quot;, sagte Ralf. Er glaubt, dass Hiro jetzt selbstständig absteigen kann. &quot;Ich werde ihn ans Seil nehmen, irgendwie bekommen wir ihn schon herunter.&quot; Minimalziel ist der Nordsattel auf gut 7000 Metern. Nach Möglichkeit wollen die drei aber ins 6300 Meter hohe vorgeschobene Basislager der Normalroute auf dem östlichen Rongbuk-Gletscher absteigen.
</description>
						<pubDate>31 May 2005 10:04:03</pubDate>
                		<guid>http://everest-blog.dw-world.de/everest-blog/index.php?section=news_detail&amp;NewsID=109</guid>
					</item>
                		<item>
                		<title>Hiro hat offenbar ein Hirnödem</title>
                		<link>http://everest-blog.dw-world.de/everest-blog/index.php?section=news_detail&amp;NewsID=108</link>
                		<description>&lt;br&gt;&lt;br&gt;

Dramatische Entwicklung am Nordgrat: &lt;a href=&quot;http://everest-blog.dw-world.de/everest-blog/index.php?section=news_detail&amp;NewsID=71&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt; Hiro&lt;/a&gt; leidet offenbar an einem Höhen-Hirnödem. Morgens beim Aufbruch vom Nordsattel seien alle noch gut gelaunt und fit gewesen, sagte Ralf am Satellitentelefon. &quot;Hiro hat richtig Gas gegeben, ich musste ihn bremsen.&quot;

&lt;b&gt; Hiros Zustand hat sich gebessert &lt;/b&gt;
 
Dann habe der 34-Jährige plötzlich rapide abgebaut und sei kaum noch ansprechbar gewesen. Im Zelt auf 7650 Metern Höhe habe Gerlinde Hiro das Notfall-Medikament Dexamethason gespritzt. &quot;Hiros Zustand hat sich daraufhin spürbar gebessert. Er schläft jetzt, atmet ruhig, seine Pupillen sind wieder normal.&quot; Jetzt gehe es darum, den Japaner wieder so weit aufzupäppeln, dass er am Dienstagmorgen absteigen könne. Ralf und Gerlinde haben weitere Dosen Dexamethason im Gepäck.

&lt;b&gt; Daumen drücken und beten &lt;/b&gt;
 
Die Situation wird durch die Wetterlage verschärft. Derzeit schneit und stürmt es in 7650 Metern Höhe. &quot;Wir müssen jetzt erst einmal das Chaos im Zelt beseitigen und dann viel trinken&quot;, so Ralf. Sitaram und ich sind bestürzt. Wir können hier unten im Basislager nichts anderes tun als Daumen drücken - und beten. Für Dienstagmorgen haben Ralf und ich ein weiteres Telefonat verabredet. 

&lt;b&gt; 40 Prozent der Fälle enden tödlich &lt;/b&gt;

Das &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Hirn%C3%B6dem&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Hirnödem&lt;/a&gt; ist die gefährlichste der Höhenkrankheiten. Wegen Sauerstoffmangels tritt im Gehirn Flüssigkeit aus, das Gewebe schwillt an. Rund 40 Prozent der Fälle enden tödlich. Die Therapie: Dexamethason spritzen, wenn möglich Sauerstoff verabreichen und so schnell wie möglich absteigen. 
</description>
						<pubDate>30 May 2005 06:27:02</pubDate>
                		<guid>http://everest-blog.dw-world.de/everest-blog/index.php?section=news_detail&amp;NewsID=108</guid>
					</item>
                		<item>
                		<title>Die Tschechen reisen ab</title>
                		<link>http://everest-blog.dw-world.de/everest-blog/index.php?section=news_detail&amp;NewsID=107</link>
                		<description>&lt;br&gt;&lt;br&gt;
Doppelter Aufbruch: Während Gerlinde, Ralf und Hiro heute am Everest-Nordgrat bis auf 7500 Meter aufsteigen wollen, hat die tschechische Expedition den Heimweg angetreten. Auf 19 Yaks verstauten sie ihr Gepäck. &quot;So etwas habe ich noch nie erlebt&quot;, sagte Expeditionsleiter Josef Simunek. &quot;Mehr als fünf Wochen waren wir hier und hatten nicht einmal drei Tage am Stück, an denen wir kontinuierlich am Berg arbeiten konnten.&quot; 

&lt;b&gt; Slips mit Karabinerhaken &lt;/b&gt;

Simunek glaubt nicht an einen Gipfelerfolg Gerlindes, Ralfs und Hiros. &quot;Dort oben stürmt es wieder mit knapp 100 Stundenkilometern. Sie werden absteigen, wenn sie nicht mit Erfrierungen zurückkommen wollen.&quot; Der Expeditionsleiter der Tschechen genießt bei uns allerdings schon lange den Ruf eines Pessimisten. Er selbst verteidigte sich einmal mit den Worten: &quot;Ein Pessimist ist ein gut informierter Optimist.&quot;

Schmunzeln musste ich, als ich gestern zum Aussichtspunkt oberhalb des Basislagers aufstieg, um die Windfahne über dem Everest zu fotografieren. Ich traf Lucie und Pepino, zwei Mitglieder der tschechischen Expedition. Sie schossen Fotos für einen ihrer Sponsoren: einen Produzenten von Unterwäsche. Die beiden hatten an der einen Seite des Steinmanns am Aussichtspunkt eine traditionelle buddhistische Gebetsfahne aufgehängt - an der anderen eine Leine mit Unterhosen. Mangels Wäscheklammern waren die Slips mit Karabinerhaken befestigt. &quot;Das wird dem Sponsor gefallen&quot;, witzelte Pepino, &quot;ist doch fast besser als ein Gipfelfoto, oder?&quot; 

&lt;b&gt; Sauber ist relativ &lt;/b&gt;

Nun sind nur noch Sitaram und ich als Bewohner des Basislagers übrig geblieben. Wir gönnten uns eine &quot;Dusche&quot;: einen halben Eimer warmes Wasser für jeden. Das reichte bei mir, ungelogen, für eine doppelte Wäsche der fettigen Haare und einmaliges Abspülen des ganzen Körpers. Es verblieb sogar eine kleine Pfütze im Eimer - ein neuerlicher Beweis für Einstein: Sauber ist relativ. 

&lt;a href=&quot;http://everest-blog.dw-world.de/everest-blog/index.php?section=news_date&amp;Date=20.05.2005&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Link zum Beitrag: Mangelware Wasser&lt;/a&gt;
</description>
						<pubDate>30 May 2005 11:15:05</pubDate>
                		<guid>http://everest-blog.dw-world.de/everest-blog/index.php?section=news_detail&amp;NewsID=107</guid>
					</item>
                		<item>
                		<title>Wir werden es versuchen</title>
                		<link>http://everest-blog.dw-world.de/everest-blog/index.php?section=news_detail&amp;NewsID=106</link>
                		<description>&lt;br&gt;&lt;br&gt;
Die Prognosen wechseln so rasch wie der Wind. Gerlinde, Ralf und Hiro hatten gehofft, dass Wetterfrosch Charly Gabl die letzten Bedenken hinsichtlich ihres Gipfelversuchs am kommenden Mittwoch zerstreuen würde. Doch der Spezialist aus Innsbruck konnte ihnen diesen Gefallen nicht tun. Es werde am 1. Juni kein Unwetter am Mount Everest geben, so Gabl, doch eine exakte Vorhersage der Windgeschwindigkeit am 8850 Meter hohen Gipfel sei derzeit nicht möglich. Es gehe hin und her.

&lt;b&gt; Alle mit Atemmaske &lt;/b&gt;

Die drei Bergsteiger, die nun bereits seit zwei Tagen am 7066 Meter hohen Nordsattel ausharren, wollen keinen weiteren Wetterbericht mehr einholen. &quot;Wir werden es einfach versuchen&quot;, sagt Ralf, &quot;wenn der Wind zu stark bläst, müssen wir eben umkehren.&quot; Gestern und heute seien Bergsteiger am Gipfel gewesen, alle mit Atemmaske. &quot;Einer von ihnen sah nach 14 Stunden Auf- und Abstieg aus wie ein Toter: das Gesicht schwarz, voller Erfrierungen.&quot;

&lt;b &gt;Die Stimmung ist gut &lt;/b&gt;

Gerlinde, Ralf und Hiro wollen am Montag bis auf 7500 Meter aufsteigen und dort ihr Zelt aufschlagen. Für Dienstag ist ein weiteres Biwak in 8300 Metern Höhe geplant. Am Mittwoch wollen die drei dann das Dach der Welt erklimmen. &quot;Die Stimmung ist gut&quot;, meint Ralf, obwohl die Zeit auf dem Nordsattel an den Kräften gezehrt habe. An Schlafen sei bei dem Sturm kaum zu denken gewesen. Und Gerlinde ergänzt: &quot;Wir haben jetzt richtig Platz im Zelt - weil wir immer dünner werden.&quot; Die Everest-Diät, zur Nachahmung nicht empfohlen!

&lt;a href=&quot;http://www.adventureweather.com/forecasts/everestforecast.php&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Tägliche Wetterprognose für den Mount Everest (engl.)&lt;/a&gt;</description>
						<pubDate>29 May 2005 07:41:05</pubDate>
                		<guid>http://everest-blog.dw-world.de/everest-blog/index.php?section=news_detail&amp;NewsID=106</guid>
					</item>
                		<item>
                		<title>Kleiner Lagerkoller</title>
                		<link>http://everest-blog.dw-world.de/everest-blog/index.php?section=news_detail&amp;NewsID=105</link>
                		<description>&lt;br&gt;&lt;br&gt;

Zwei Wochen vorgeschobenes Basislager, 14 Tage dünne Luft, schlechter Schlaf, wenig Hygiene, viel Staub und Wind - Zeit für den Lagerkoller? Augenblicklich sitze ich alleine hier, hätte also niemand, an dem ich den Koller auslassen könnte -  außer vielleicht an den Schneehühnern. 

&lt;b&gt; Fast wie im Sanatorium &lt;/b&gt;

Gerlinde, Ralf und Hiro warten noch einmal 1500 Meter höher am Everest-Nordsattel auf ihren Gipfelversuch. &lt;a href=&quot;http://everest-blog.dw-world.de/everest-blog/index.php?section=news_detail&amp;NewsID=85&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Sitaram&lt;/a&gt; kehrt erst am Nachmittag aus dem schrecklich-schönen &quot;Chinese Basecamp&quot; zurück. Aber habe ich überhaupt ein Recht auf Koller? 

Mein Tagesablauf ist doch geregelt: 5 Uhr Wecken durch die Schneehühner, zwei Stunden Dösen, Frühstück, Füttern der Internet-User, Lesen oder Gespräche, 12 Uhr Mittagessen, eine Stunde Dösen, ein bis drei Telefonate, Füttern der Internet-User, Lesen oder Gespräche, 18 Uhr Abendessen, Lesen oder Gespräche, Nachtruhe gegen 20.30 Uhr. Kein Stress, kein Fernsehen, kein Sex, kein Alkohol (das chinesische Wasser-Bier zählt nicht). So solide habe ich nicht mehr gelebt, seit ich eingeschult wurde. Fast wie im Sanatorium.

&lt;b&gt; Ewige Gleichförmigkeit &lt;/b&gt;

Aber vielleicht lässt gerade diese Gleichförmigkeit die Koller-Kugeln rollen: Wenig bis nichts geschieht! Immer das selbe Zelt! Die selben vor Dreck stehenden Klamotten! Die selben Berge! Die selbe dünne Luft! Die selben dummen Schneehühner! Hilfe, ich will nach Hause!

</description>
						<pubDate>29 May 2005 11:05:04</pubDate>
                		<guid>http://everest-blog.dw-world.de/everest-blog/index.php?section=news_detail&amp;NewsID=105</guid>
					</item>
                		<item>
                		<title>Keine Ruhetage mehr</title>
                		<link>http://everest-blog.dw-world.de/everest-blog/index.php?section=news_detail&amp;NewsID=104</link>
                		<description>&lt;br&gt;&lt;br&gt;
Gerlinde, Ralf und Hiro haben das schwere Gewitter der vergangenen Nacht in ihrem  Leichtzelt auf dem 7066 Meter hohen Everest-Nordsattel überstanden. &quot;Das war brutal&quot;, sagte Ralf am Satellitentelefon. Stundenlang hätten sie nicht einschlafen können. Immer wieder diese grellen Blitze! 

&lt;b&gt; &quot;Wir versuchen es&quot; &lt;/b&gt;

Ralf steht in ständigem Telefonkontakt zu Charly Gabl, dem Wetterfrosch aus Innsbruck. Der empfiehlt nun den 2. Juni als optimalen Gipfeltag. &quot;So lange können wir hier in dieser Höhe aber nicht warten&quot;, so Ralf, &quot;wir versuchen es am Mittwoch, dem 1. Juni.&quot;

Auch das bedeutet für die drei Bergsteiger keinen weiteren &quot;Ruhetag&quot; am Nordsattel. In gut 7000 Metern Höhe erholt sich der Körper nicht mehr. Jeder Tag zehrt an den Kräften. Sollte Charly Gabl seine Prognose am Sonntag nicht noch umwerfen, wollen Gerlinde, Ralf und Hiro am Montag auf der tibetischen Normalroute Richtung Gipfel aufbrechen. Zwei Biwaks sind eingeplant. 

&lt;b&gt; Proviant aufgestockt &lt;/b&gt;

Ihren eigentlich nur auf fünf Tage ausgelegten Proviant haben die Bergsteiger inzwischen aufgestockt. Hiro traf am Nordsattel einen Sherpa, den er aus alten Zeiten kannte. Der versorgte ihn mit weiteren Lebensmitteln und Gas. Der geänderte Terminplan für den Gipfelversuch verlängert auch unseren Aufenthalt im vorgeschobenen Basislager. Sitaram, unser Koch, hat sich auf den Weg hinunter ins chinesische Basislager gemacht, um dem Verbindungsoffizier mitzuteilen, dass wir die Yaks für den Rücktransport erst einen Tag später als ursprünglich geplant benötigen.
</description>
						<pubDate>28 May 2005 06:54:05</pubDate>
                		<guid>http://everest-blog.dw-world.de/everest-blog/index.php?section=news_detail&amp;NewsID=104</guid>
					</item>
                		<item>
                		<title>Nichts wie raus</title>
                		<link>http://everest-blog.dw-world.de/everest-blog/index.php?section=news_detail&amp;NewsID=103</link>
                		<description>&lt;br&gt;&lt;br&gt;

Gegen Mitternacht wachte ich von einem Mordsknall auf. Ich konnte das Geräusch erst nicht einordnen, dachte, es habe sich an einem der Berge ein Fels gelöst, der nun talwärts donnere. Nichts wie raus! Wenn du überhaupt eine Chance hast, dann außerhalb des Zelts. 

&lt;b&gt; Plötzlich taghell &lt;/b&gt;

Ich liebe meinen Daunenschlafsack, wenn mir kalt ist. Ich hasse ihn, wenn ich schnell hinausschlüpfen will. Natürlich hatte sich im Reißverschluss, den ich bis zum Anschlag, also bis zum Ohr zugezogen hatte, Stoff verklemmt. Ich saß in der Falle, aus der ich mich erst nach cirka 20 Sekunden befreien konnte. 

Als ich das Zelt öffnete, wusste ich, dass es zu spät war. Der Fels-Kelch (oder was immer es auch gewesen sein mochte) war an mir vorübergegangen. Ich atmete einmal tief durch und schaute mich um. Nichts schien verändert. Plötzlich wurde es taghell. Am Himmel entlud sich ein Riesenblitz. Jetzt erst konnte ich den Knall von vorhin einordnen. Kein Steinschlag, kein Felssturz, ein simpler Donner hatte mich aus dem Schlaf gerissen.

&lt;b&gt; Nichts für Knall-Traumatiker &lt;/b&gt;

In grauer Vorzeit meine ich in Physik gelernt zu haben, dass nicht nur Autos, sondern auch Zelte &quot;Faradaysche Käfige&quot; sind, in denen einem Blitze nichts anhaben können. Also wieder hinein in die Plastikhütte! 

Die nächste halbe Stunde war nichts für Knall-Traumatiker. Es blitzte und donnerte im Minutentakt, der Krach wurde durch die Felswände der Bergriesen ringsherum dutzendfach verstärkt. Dann ein kleiner Schnee-Schauer - und Ruhe.  Nicht einmal eine kleine Windböe rüttelte mehr am Zelt. So unheimlich mir der Krach zuvor gewesen war, so seltsam erschien mir nun die Stille. Wieder entwand ich mich dem Daunenschlafsack, diesmal ohne mich mit dem Reißverschluss anzulegen. 

&lt;b&gt; Dünne Schneeschicht &lt;/b&gt;

Am Himmel leuchteten wieder die Sterne, als wäre nichts gewesen. Ich konnte doch nicht geträumt haben. Nein! Eine dünne Schneeschicht hatte sich über das Basislager gelegt. Ich dachte an Gerlinde, Ralf und Hiro in ihrem Leichtzelt in gut 7000 Metern Höhe auf dem Nordsattel am Everest. Donnerwetter, war das ein Gewitter!

&lt;a href=&quot;http://everest-blog.dw-world.de/everest-blog/index.php?section=news_detail&amp;NewsID=93&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Die Schneehühner&lt;/a&gt; haben Donner und Blitz übrigens unbeschadet überstanden. Heute morgen versammelten sie sich wieder neben meinem Zelt: &quot;Hast Du den Trottel gesehen, wie er aus dem Zelt gestürzt ist?&quot;  &quot;Ich habe mich vor Lachen geschüttelt… Komm, wir wecken ihn, zwo, drei&quot;
</description>
						<pubDate>28 May 2005 11:26:03</pubDate>
                		<guid>http://everest-blog.dw-world.de/everest-blog/index.php?section=news_detail&amp;NewsID=103</guid>
					</item>
                		<item>
                		<title>War das ein Sturm!</title>
                		<link>http://everest-blog.dw-world.de/everest-blog/index.php?section=news_detail&amp;NewsID=102</link>
                		<description>Eigentlich haben wir uns für zwölf Uhr verabredet. Also steige ich vom Basislager hinauf zum Aussichtspunkt, um mit Ralf per Satellitentelefon Kontakt aufzunehmen. Der Termin verstreicht, ohne das es klingelt. Ich wähle Ralfs Nummer. Eine männliche Automatenstimme empfiehlt mir, es später noch einmal zu versuchen.

&lt;b&gt; Telefonieren unmöglich&lt;/b&gt;

Ich blicke Richtung Mount Everest. Die Wolken jagen von Westen nach Osten. Bei diesem Sturm wollen die drei den Chang La, den Nordsattel, erklettern. Ich stelle mir vor wie sie sich die Eisspalte hochzwängen. Telefonieren unmöglich! Ich kehre zum Basislager zurück. Hier bläst es auch ordentlich, doch sicher kein Vergleich mit dem Windkanal dort oben. 

Anderthalb Stunden später klingelt das Telefon. Ralf meldet sich vom Nordsattel: &quot;War das ein Sturm! Geschwindigkeiten um die 80 Stundenkilometer. Der Wind hat uns fast von den Beinen geholt.&quot; Die Gletscherspalten im unteren und das Blankeis im oberen Bereich der Route seien nicht ohne gewesen, aber am meisten hätten sie mit dem Wind gekämpft.

&lt;b&gt; &quot;Das ist der Abschaum!&quot; &lt;/b&gt;

Ralf ist tief beeindruckt von dem Anblick, der sich ihm am Nordsattel in 7066 Metern Höhe bietet: &quot;So etwas habe ich noch nie gesehen. Zelt an Zelt, nur dreißig Zentimeter dazwischen.&quot; Überall lägen menschliche Extremente herum, da sei es schwer, einen halbwegs sauberen, windgeschützten Platz für ihr Minizelt zu finden. &quot;Das ist der Abschaum!&quot; Ich frage ob noch viele Bergsteiger auf den Gipfel wollten. Ralf antwortet, es kämen noch einige vom Basislager auf dem östlichen Rongbuk-Gletscher herauf. Wir verabschieden uns.

&lt;B&gt; Wir müssen warten&lt;/b&gt;

Drei Stunden später der nächste Anruf. Ralf hat gerade mit Charly Gabl telefoniert, dem Wetterfrosch aus Innsbruck. Er hat die Prognose für den vermeintlichen Gipfeltag 30. Mai revidiert. Der Wind werde stärker blasen. Zu stark für einen Aufstieg ohne zusätzlichen Sauerstoff. Erst am 1. Juni werde der Wind nachlassen.

Nun wollen Gerlinde, Ralf und Hiro in ihrem Zelt am Nordsattel den nächsten Wetterbericht Gabls am Samsatg abwarten. Und wir dachten, die Zeit des Wartens sei vorbei.  
</description>
						<pubDate>27 May 2005 08:14:04</pubDate>
                		<guid>http://everest-blog.dw-world.de/everest-blog/index.php?section=news_detail&amp;NewsID=102</guid>
					</item>
                		<item>
                		<title>Nordwand: Risiko zu hoch</title>
                		<link>http://everest-blog.dw-world.de/everest-blog/index.php?section=news_detail&amp;NewsID=101</link>
                		<description>&lt;br&gt;&lt;br&gt;
Aus der Traum von der Nordwand des Mount Everest. Schweren Herzens haben Gerlinde, Ralf und Hiro ihren Plan begraben, den höchsten Berg der Erde über die so genannte &quot;Supercouloir-Route&quot; zu besteigen. 

Noch einmal hatten die drei Bergsteiger am Wandfuß in gut 6000 Metern Höhe die Bedingungen studiert und diskutiert. Ihr Fazit: Das Risiko ist zu groß. &quot;Es wäre Harakiri, in die Wand einzusteigen&quot;, sagte Ralf am Satellitentelefon. Wegen der derzeit hohen Temperaturen müssten sie im unteren Teil ständig mit Lawinen und Steinschlag rechnen. 

&lt;b&gt;Schicksal nicht herausfordern&lt;/b&gt;

Ausschlaggebend für die Entscheidung seien allerdings die unklaren Windverhältnisse gewesen. Wenn der Wind am geplanten Gipfeltag, dem 30. Mai, am Westgrat in weit über 8000 Metern Höhe nur etwas schneller blase als mit den vorhergesagten 40 Stundenkilometern, sei die Besteigung ohne zusätzlichen Sauerstoff unmöglich.
 
Genausowenig könnten sie dann bei den derzeitigen Verhältnissen einfach umkehren. In diesem Falle steckten sie in der Falle - zumal für den nächsten Tag wieder weit höhere Windgeschwindigkeiten zu erwarten seien. &quot;Wir hatten im vergangenen Jahr am Achttausender Annapurna Riesenglück&quot;, so Ralf, &quot;wir wollen das Schicksal nicht ein weiteres Mal herausfordern.&quot; 

&lt;b&gt;Neue Route&lt;/b&gt;

Gerlinde, Ralf und Hiro wollen nun versuchen, vom Fuß der Nordwand seitlich über eine steile Eiswand zum Chang La, dem Everest-Nordsattel, aufzusteigen. Die Route wurde 1938 von einer englischen Expedition erstbegangen. &quot;Im unteren Teil&quot;, sagt Ralf, &quot;ist das Gelände sehr spaltenreich. Darüber warten 500 Höhenmeter blankes Eis.&quot;

Sollte es den drei Bergsteigern gelingen, diese Klippe zu überwinden, würden sie vom 7100 Meter hohen Nordsattel aus versuchen, über die tibetische Normalroute den Gipfel zu erreichen -  sicherlich nicht ihre Traumvariante, doch ohne Atemmasken und bei den unbeständigen Wetterverhältnissen aller Ehren wert.
</description>
						<pubDate>27 May 2005 11:16:05</pubDate>
                		<guid>http://everest-blog.dw-world.de/everest-blog/index.php?section=news_detail&amp;NewsID=101</guid>
					</item>
                		<item>
                		<title>Aufbruch zum Gipfel</title>
                		<link>http://everest-blog.dw-world.de/everest-blog/index.php?section=news_detail&amp;NewsID=100</link>
                		<description>&lt;br&gt;&lt;br&gt;

Heute morgen sind Gerlinde, Ralf und Hiro vom Basislager aus zu ihrem Gipfelversuch aufgebrochen. Wovor haben sie den größten Respekt? Vor den bergsteigerischen Schwierigkeiten der Supercouloir-Route durch die Everest-Nordwand? Vor den Lawinen, die durch die Rinnen schießen können? Vor dem Steinschlag? Vor einem Wettersturz? Vor der dünnen Luft?

&lt;b&gt;Angst vor dem Auskühlen&lt;/b&gt;

Weder noch. Die größten Bauchschmerzen bereitet den drei Bergsteigern die Gefahr auszukühlen. Die kleineren Erfrierungen, zugezogen bei der Besteigung des Achttausenders Shishapangma vor zweieinhalb Wochen, erinnern sie täglich daran, wie schnell die Kälte zuschlagen kann. Und der Mount Everest ist noch gut 800 Meter höher. 

Am Gipfel wird der Sauerstoff nur noch mit einem Drittel des Drucks in die Lungen gepresst wie auf Meereshöhe. Die extrem dünne Luft und die körperliche Anstrengung zwingen die Bergsteiger dazu, extrem schnell zu atmen. Dazu kommt der kalte Höhenwind. Gerlinde, Ralf und Hiro werden ihre Körperwärme schneller abgeben, als sie die Temperatur per Fettverbrennung hoch halten können. Das ist in etwa so, als läge man in einer halb gefüllten Badewanne, in die mehr kaltes als warmes Wasser eingelassen wird. 

&lt;b&gt;Unkontrolliertes Zittern&lt;/b&gt;

Die Folge: der Körper kühlt aus. Alarmstufe Rot. Wie sich das anfühlt, hat Ralf vor neun Jahren erlebt. Da stand er auf dem Gipfel des Fast-Achttausenders Nuptse im Everest-Gebiet und zitterte völlig unkontrolliert. Nur der schnelle Abstieg auf steiler Route rettete ihm das Leben. Heute trägt Ralf in seinen Hemdtaschen Wärme-Pads. Reißt er sie auf, geben sie stundenlang Wärme ab. Mehrere Lagen Daunen sorgen für weiteren Schutz. Dabei stecken die Bergsteiger allerdings in einer Zwickmühle: mehr Kleidung bedeutet zugleich mehr Gewicht, das sie den Berg hinaufschleppen müssen. 

Ein Restrisiko bleibt also. Umso wichtiger ist, dass der Wetterbericht für den geplanten Gipfeltag 30. Mai auch wirklich stimmt. Er sagt mit minus 22 Grad Celsius und ca. 40 km/h Wind vergleichsweise moderate Bedingungen am Gipfel des Mount Everest vorher. Ein wenig mehr Wind, und schon sackt das Thermometer in den Keller.
</description>
						<pubDate>26 May 2005 11:20:05</pubDate>
                		<guid>http://everest-blog.dw-world.de/everest-blog/index.php?section=news_detail&amp;NewsID=100</guid>
					</item>
                		<item>
                		<title>Morgen geht´s los!</title>
                		<link>http://everest-blog.dw-world.de/everest-blog/index.php?section=news_detail&amp;NewsID=99</link>
                		<description>Charly hat den Startschuss gegeben. Charly Gabl, Chef des meteorologischen Instituts in Innsbruck, bestätigte telefonisch die positiven Wetter-Prognosen für den möglichen Gipfeltag 30. Mai. Am kommenden Montag, so seine Vorhersage, seien für die Gipfelregion des Mount Everest Windgeschwindigkeiten von 40 Stundenkilometern und eine Temperatur von minus 22 Grad Celsius zu erwarten. 

&lt;b&gt;Charly hat immer recht&lt;/b&gt;

Gerlinde, Ralf und Hiro vertrauen dem Innsbrucker Wetter-Frosch. Gabl ist selbst Bergführer und Expeditionsbergsteiger. Mehrfach in den vergangenen Jahren hat er Ralf in Richtung eines 8000er-Gipfels losgeschickt, obwohl die Wetterlage alles andere als günstig erschien. Der Himmel riss auf, Charly hatte Recht. 

Die drei Bergsteiger werden also am Donnerstagmorgen zum Fuß der Everest-Nordwand aufbrechen, wo sie während der Erkundungstour in der vergangenen Woche einen Teil ihrer Ausrüstung deponiert hatten. Einen halben Tag lang haben Gerlinde, Ralf und Hiro anschließend Zeit, noch einmal die Bedingungen in der &quot;Supercouloir-Route&quot; zu studieren. 

&lt;b&gt;Daumen drücken!&lt;/b&gt;

Wenn alle fit und die Verhältnisse gut sind, wollen sie am Freitagmorgen in die Nordwand einsteigen. Das erste Biwak ist in einer Höhe von etwa 6900 Metern, das zweite auf ca. 7400 Metern und das dritte auf 8100 Metern vor dem Einstieg ins &quot;Hornbein-Couloir&quot; geplant. Immer vorausgesetzt, alles verläuft ohne Zwischenfall, würde das Trio dann am Montagmorgen, 30. Mai, den 8850 Meter hohen Gipfel erreichen. 

Der Abstieg ist über die tibetische Normalroute geplant. Hier im Basislager an der Nordwand würden Gerlinde, Ralf und Hiro am 1. Juni eintreffen. Nun heißt es also Daumen drücken! Die tschechische Expedition will abreisen. Den sechs Bergsteigern ist die Wetterprognose zu unsicher. Expeditionsleiter Josef Simunek hat außerdem vom Tod eines Freundes am Achttausender Cho Oyu erfahren: Jetzt reicht es! Finished! </description>
						<pubDate>25 May 2005 05:54:09</pubDate>
                		<guid>http://everest-blog.dw-world.de/everest-blog/index.php?section=news_detail&amp;NewsID=99</guid>
					</item>
                		<item>
                		<title>Der Abspann zuerst</title>
                		<link>http://everest-blog.dw-world.de/everest-blog/index.php?section=news_detail&amp;NewsID=98</link>
                		<description>&lt;br&gt;&lt;br&gt;

Das Lager ist in Bewegung. Der Gipfelversuch steht bevor. Im Laufe des Tages, nach Eingang des Wetterberichts, werde ich Näheres mitteilen können. Wir befinden uns also nach der Zeit des Wartens in der Phase des tiefen Atemholens. Und genau diese Phase möchte ich nutzen, um den Abspann vorzuziehen. Ärgern Sie sich nicht auch über die Unsitte des modernen Fernsehens, nach Spielfilmen den Abspann zu kappen, um direkt den nächsten Werbeblock zu starten? So erfahren wir nicht mehr, wer für den Genuss oder auch die verschenkte Zeit verantwortlich war.

&lt;b&gt;Nicht ohne diese Menschen&lt;/b&gt;

Wir sind ein Expeditionsteam von fünf Personen, doch dahinter steht eine wesentlich größere Mannschaft. Hiro ist verheiratet, seine Frau wartet seit zwei Monaten in Tokio auf ihn. Gleiches gilt für Ralfs Sohn Joshi in Bühlertal im Schwarzwald. Gerlinde kommt aus einer großen Familie, die in Spital in Oberösterreich mitzittert und mitfiebert. Unser Koch Sitaram hat sich Anfang April in Kathmandu von seiner Frau und seinen drei Kindern verabschiedet. Meine Frau und fünf Kinder müssen in Köln seit Anfang Mai ohne mich auskommen. Neben diesem engeren Kreis gibt es einen weiteren: Verwandte, Freunde, tolerante Chefs und Kollegen -und auch ein paar Sponsoren, ohne die eine Expedition wie diese nicht zustande käme. 

&lt;b&gt;Jetzt kann es spannend werden&lt;/b&gt;

Vor allem die Menschen, die uns am nächsten stehen, sind mit uns im Basislager. Wir erzählen von ihnen. Wir spüren, dass sie uns mit ihren Gefühlen begleiten. Ohne sie wären wir Abenteurer, die sich bei näherem Hinsehen als gestörte Einzelgänger entpuppten. Mit ihnen sind wir Abenteurer, die durch ihre sozialen Bindungen stark sind. 

Die Statistik belegt, dass der Abstieg vom Mount Everest gefährlicher als der Aufstieg ist. Die Konzentration lässt nach, man macht Fehler. Gerlinde, Ralf und Hiro werden sich zusammenreißen, weil sie wissen, dass viele tausend Kilometer entfernt Menschen auf sie warten. Wenn es in dieser Geschichte so etwas wie Helden gibt, dann sind es jene, die ihre Lieben vor Wochen in eine ungewisse Zukunft haben aufbrechen lassen. Das musste einmal gesagt werden. Und jetzt kann es von mir aus spannend werden.
</description>
						<pubDate>25 May 2005 12:45:05</pubDate>
                		<guid>http://everest-blog.dw-world.de/everest-blog/index.php?section=news_detail&amp;NewsID=98</guid>
					</item>
                		<item>
                		<title>Rocky der Rehbock</title>
                		<link>http://everest-blog.dw-world.de/everest-blog/index.php?section=news_detail&amp;NewsID=96</link>
                		<description>&lt;br&gt;&lt;br&gt;

Und wieder machen wir einen Ausflug in die Tierwelt des Basislagers. Keine Angst, es geht nicht darum, unsere Speisekarte um eine weitere gefährdete Spezies zu erweitern. Der imaginäre Menüplan quillt ohnehin über von Schneehuhn in jeglicher Variation. 

Nein, jetzt wird ein Loblied gesungen, auf eines der schweigsamsten Tiere überhaupt. Damit hebt es sich mehr als wohltuend vom gemeinen Schneehuhn ab. Die Rede ist vom Himalaya-Rehbock. Ich nenne ihn einfach einmal so, obwohl er wahrscheinlich ebenso wenig ein Rehbock ist wie die von mir besungenen Schneehühner eben solche sind.

&lt;b&gt;Schöngeist mit Einhorn&lt;/b&gt;

Der Rehbock hat sich bereits ein Horn abgestoßen, taufen wir ihn also Rocky. Bei seinem friedfertigen Charakter wird es mir allerdings auf ewig ein Rätsel bleiben, warum er als Einhorn durch die Everest-Bergwelt läuft. Wahrscheinlich war es ein  Unfall. Schöngeist Rocky war wieder einmal so in Gedanken versunken, dass er den Riesenfelsblock einfach übersah. 

Trotz seiner unübersehbaren Blessur hat Rocky die Liebe seines Lebens gefunden und mit ihr ein entzückendes Rehkitz gezeugt. Selbst wenn Rocky samt Familie im Basislager auftaucht - und das geschieht recht häufig - , stört nicht der geringste Ton die Stille des Himalaya. Lautlos schleicht das Trio durch die Ansammlung von Zelten, während fünf Meter entfernt die Schneehühner plärren. 

&lt;b&gt;Gemüse-Leckerli&lt;/b&gt;

Rocky ist zutraulich. Unser Koch Sitaram hat ihm kürzlich ein wenig Gemüse zukommen lassen. Seitdem nähert sich Rocky morgens schüchtern dem Küchenzelt und bittet mit seinen weit aufgerissenen Rehaugen um ein weiteres Leckerli. Auch wenn er leer ausgeht, dreht er einfach ab: ohne Worte, ohne aggressive Geste.Niemals würde ich auf den Gedanken kommen, Rocky auf unsere Speisekarte zu setzen. Die ist ohnehin bis oben gefüllt mit - Na, Sie wissen schon.
</description>
						<pubDate>24 May 2005 05:11:02</pubDate>
                		<guid>http://everest-blog.dw-world.de/everest-blog/index.php?section=news_detail&amp;NewsID=96</guid>
					</item>
                		<item>
                		<title>Schlaflose Sorgen</title>
                		<link>http://everest-blog.dw-world.de/everest-blog/index.php?section=news_detail&amp;NewsID=95</link>
                		<description>
Ich konnte einfach nicht einschlafen. Ich war müde gewesen, als ich mich ins Zelt zurückgezogen hatte. Aber jetzt lag ich da, mit offenen Augen, tausend Gedanken jagten durch meinen Kopf.

Erst dachte ich, es läge an der lauen Nacht. Der Himmel hatte sich bewölkt, die Wärme des Tages hielt länger vor als sonst. Noch gegen Mitternacht zeigte das Thermometer in meinem Zelt plus zwei Grad Celsius. Ich zog die Skisocken und die Wollmütze aus. Keine Wirkung.

&lt;b&gt; Vollmond, Lawinen und Steinschlag&lt;/b&gt;

Warum nur konnte ich nicht einschlafen? Ich kroch aus dem Schlafsack, zog mir die Schuhe an und verließ das Zelt. Ich schaute in den inzwischen wieder sternenklaren Himmel: der Mond ein formvollendeter, hell leuchtender Kreis. Vollmond! Na klar. Ich zähle mich zwar nicht unbedingt zu den mondsüchtigen Zeitgenossen, doch das Phänomen, in einer Vollmondnacht schlecht zu schlafen, kenne ich von daheim. 

Aber ich war totmüde und konnte doch nicht schlafen. Während ich mich von einer auf die andere Seite wälzte, bündelten sich die Gedanken. Bei geschlossenen Augen stieg ich in die Everest-Nordwand ein. Ängstlich schaute ich nach oben, auf der Suche nach möglichen Lawinen oder Steinschlag. Ich machte mir Sorgen um die mit der Höhe zunehmende Kälte. Ich kalkulierte die Risiken. 

&lt;b&gt; Möglicher Gipfeltag: 30 Mai&lt;/b&gt;

&lt;br&gt;&lt;br&gt;

Das war also der Grund meiner Schlaflosigkeit. Ich hatte gewissermaßen Reisefieber, nur dass ich nicht auf Reisen gehen würde. Am Abend hatte Ralf den neuesten Wetterbericht verlesen und plötzlich kristallisierte sich ein möglicher Gipfeltag heraus: Montag, der 30. Mai. Kaum Wind, annehmbare Temperaturen. Die Spannung im Mannschaftszelt war mit Händen zu greifen, es knisterte förmlich. Gerlindes, Ralfs und Hiros Augen glänzten, die Zeit des Wartens würde enden, die Entscheidung nahen.

Und meine Schlaflosigkeit? Sie zeigt, dass ich mich nicht als Außenstehender, sondern als Expeditionsmitglied fühle - und dass sich der Nicht-Bergsteiger im Team Sorgen um die drei Profi-Bergsteiger macht.   

P.S. Irgendwann schlief ich doch - bis mich die Schneehühner weckten, Punkt fünf Uhr!</description>
						<pubDate>24 May 2005 11:58:05</pubDate>
                		<guid>http://everest-blog.dw-world.de/everest-blog/index.php?section=news_detail&amp;NewsID=95</guid>
					</item>
                		<item>
                		<title>Jede Menge Kabel</title>
                		<link>http://everest-blog.dw-world.de/everest-blog/index.php?section=news_detail&amp;NewsID=94</link>
                		<description>&lt;br&gt;&lt;br&gt;
Ich habe zwei linke Hände, stehe weiß Gott nicht im Verdacht, ein Technikfreak zu sein und Computer sind für mich Mittel zum Zweck, mehr nicht. Dennoch ist es an der Zeit, einmal einen Blick auf unsere technische Ausrüstung zu werfen. 

Die Everest-Bergsteiger der Pionierzeit kommunizierten mit der Außenwelt noch per Postträger. Die brachten die Briefe aus dem Basislager per Pedes in die nächste größere Ortschaft, von wo sie weitergeleitet oder - wenn es die Nachricht erforderte - in die Heimat gekabelt wurden. 

&lt;b&gt;Solar-Anlage mit Zigarettenanzünder&lt;/b&gt;

Im Zeitalter des Internets gehört auch der Mount Everest zum globalen Dorf. Da gelangen Berichte über freche Schneehühner inklusive Foto innerhalb von etwa 15 Minuten von meinem Laptop per Datenkabel und Satelliten-Handy nach Deutschland. Wir können Emails abrufen und zu annehmbaren Preisen telefonieren. Zuweilen bricht die Satelliten-Verbindung ab, dann heißt es: auf ein Neues.

Strom für Handys, Computer, Digitalkamera-Ladegeräte und auch für die Glühleuchte im Mannschaftszelt erhalten wir über zwei Solar-Anlagen. Die Paneelen, die vor dem Zelt in der Sonne liegen, sind etwa so groß wie Teppichläufer im Flur. Kabel laufen von dort aus ins Zelt zu Verteiler-Buchsen, in die wir die Geräte einfach einstöpseln - mit Adaptern, die man auch für Zigarettenanzünder im Auto verwendet. Hiros Kommentar: &quot;Wir haben zwar keine Fixseile fürs Bergsteigen im Gepäck, aber jede Menge Kabel.&quot;

&lt;b&gt;Walkie-Talkie: 180 Gramm&lt;/b&gt;

Engpässe in der Stromversorgung hatten wir bisher nicht. Aber wir schimpfen über andere Expeditionen, die ständig ihre lauten Generatoren laufen lassen und dabei auch noch Unmengen Kerosin verbrennen. Wenn Gerlinde, Ralf und Hiro am Everest klettern, bleiben wir per Funkgerät in Verbindung. Nur 180 Gramm wiegt ein Walkie-Talkie, inklusive dreier Batterien. 

Liebe Techniker, verzeiht mir bitte alle Ungenauigkeiten. Ich habe diesen Bericht verfasst wie meine Steuererklärung: nach besten Wissen und Gewissen. Hauptsache, es funktioniert!</description>
						<pubDate>23 May 2005 05:50:05</pubDate>
                		<guid>http://everest-blog.dw-world.de/everest-blog/index.php?section=news_detail&amp;NewsID=94</guid>
					</item>
                		<item>
                		<title>Schneehuhn-Kakophonie</title>
                		<link>http://everest-blog.dw-world.de/everest-blog/index.php?section=news_detail&amp;NewsID=93</link>
                		<description>&lt;br&gt;&lt;br&gt;

Steht das Schneehuhn unter Naturschutz? Wenn nein, gut! Wenn ja, streicht es von der Liste! Warum? Weil das Schneehuhn an sich zum Terrorismus neigt. Als wir vor gut einer Woche das Basislager besiedelten, fiel uns gleich ein wohl genährtes Schneehuhn-Pärchen ins Auge. Er lief ihr ständig hinterher. Wie bei den Menschen, witzelten wir. Ich nahm mir vor, dieses Paar gewissermaßen unsterblich zu machen: als Schneehuhn-Helden Romeo und Julia. 

&lt;b&gt;Rufen, pfeifen, balzen&lt;/b&gt;

Da hatte ich noch nicht im Basislager geschlafen. Nacht eins endete gegen fünf Uhr früh. Schneehuhn eins rief Schneehuhn zwei rief Schneehuhn drei rief Schneehuhn vier rief Schneehuhn fünf rief Schneehuhn sechs. Denn es ist nicht, wie anfangs irrtümlich angenommen, nur ein Paar. Nein, es sind drei Paare, die das Basislager offenbar unter sich aufgeteilt haben. Sie rufen, pfeifen, balzen oder machen sonst etwas in einer Lautstärke, die jeden Mega-Wecker in tiefe Depression stürzen würde. Und das jeden Morgen! 

&lt;b&gt;&quot;Alle zusammen, zwo, drei!&quot;&lt;/b&gt;

Schnell war mir klar, dass hier nicht das Liebesdrama Romeo und Julia ablief, hier spielte das Gangster-Epos Bonnie und Clyde, in dreifacher Ausführung. Inzwischen kann ich mir sogar zusammenreimen, was sie einander zuschreien: &quot;Hey, kommt mal her zu Hiros Zelt, er hat ein paar Kekskrümel für uns übrig gelassen!&quot; - &quot;Danke, cooler Tipp. Beim Küchenzelt findet Ihr auch jede Menge Leckereien. Sitaram ist ein echter Schneehuhn-Freund. &quot;Und was liegt bei Gerlindes und Ralfs Zelt herum?&quot;  &quot;Nichts Essbares!&quot; &quot;Und bei Stefan?&quot; &quot;Ebenfalls nichts!&quot; &quot;Na kommt, denen werden wir es zeigen. Jeder schleicht sich direkt neben ein Zelt und dann: Opus eins der Schneehuhn-Kakophonie, so laut ihr könnt! Alle zusammen, zwo, drei!&quot;

Eine Lawine ist gar nichts dagegen. Noch stand Schneehuhn nicht auf unserer Speisekarte, aber viel fehlt nicht mehr. Ehrlich!  

&lt;a href=&quot;http://kochkultur.hiddenmuseum.net/schneehuhn.html&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Rezeptidee: Schneehühnerbrüstchen &lt;/a&gt;
</description>
						<pubDate>23 May 2005 03:25:04</pubDate>
                		<guid>http://everest-blog.dw-world.de/everest-blog/index.php?section=news_detail&amp;NewsID=93</guid>
					</item>
                		<item>
                		<title>Am Aussichtspunkt</title>
                		<link>http://everest-blog.dw-world.de/everest-blog/index.php?section=news_detail&amp;NewsID=92</link>
                		<description>&lt;br&gt;&lt;br&gt;
Die emotional wichtigste Person an Bord eines Segelschiffs auf Entdeckungsfahrt war der Mann im Ausguck. Schrie er &quot;Land in Sicht&quot;, stieß der Kapitän seine Seekarte beiseite. Der Koch in der Kombüse ließ den Löffel fallen, die Matrosen sprangen aus den Kojen. Alle stürzten an Deck. Die Spannung der letzten Wochen, Monate löste sich. Die Aussicht auf festen Boden unter den Füßen sorgte für Hochstimmung.

Im Basislager gibt es keinen Ausguck, aber knapp zehn Minuten Fußweg entfernt einen Aussichtspunkt. Ein aufgeschichtetes Steinmännchen, an dem Reste einer Gebetsfahne hängen, markiert die Stelle, von der aus sich ein wunderbarer Blick auf den zentralen Rongbuk-Gletscher und die Nordwand des Mount Everest bietet.

&lt;b&gt;&quot;Da ist jemand am Gipfel!&quot;&lt;/b&gt;

Gerlinde, Ralf und ich stiegen heute morgen dorthin auf. Die Sonne schien, keine Wolke trübte den Himmel, eine Einladung zum Fotografieren und Filmen. Gerlinde hatte ein Fernglas mitgenommen. Plötzlich rief sie: &quot;Da ist jemand am Gipfel!&quot; Das Fernglas wanderte von Hand zu Hand. Und wirklich – an der höchsten Stelle bewegte sich etwas. Fünf bis sechs winzig kleine Punkte. Sie schienen direkt unterhalb des Gipfels Schutz vor dem Wind zu suchen, aber – sie waren oben!

Am Vortag hatten wir die Nachricht über &lt;a href=&quot;http://www.mounteverest.net/story/ChineseEverest-MissionaccomplishedandsomeMay222005.shtml&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;die erste erfolgreiche Everest-Besteigung der Saison&lt;/a&gt; erhalten. Sie hatte uns vergleichsweise kühl gelassen. Doch jetzt konnten wir es mit eigenen Augen sehen. Ein emotionaler Augenblick, fast wie &quot;Land in Sicht&quot;.
</description>
						<pubDate>22 May 2005 04:53:04</pubDate>
                		<guid>http://everest-blog.dw-world.de/everest-blog/index.php?section=news_detail&amp;NewsID=92</guid>
					</item>
                		<item>
                		<title>Denkpausen</title>
                		<link>http://everest-blog.dw-world.de/everest-blog/index.php?section=news_detail&amp;NewsID=91</link>
                		<description>Nach acht Tagen auf 5500 Metern leide ich unter latenter &quot;Höhen-Demenz&quot;. Nein, nein, so schlimm ist es nun auch wieder nicht. Ich kenne noch die Namen meiner Frau und Kinder. Aber wie hieß doch gleich der Ort, den ich im letzten Jahr besucht habe, wie der Sänger, dessen Lied gerade auf der CD läuft und wie der Sender, für den ich arbeite? Wie weggeblasen, vom Höhenwind des Mount Everest.

&lt;b&gt;Alles wird langsamer&lt;/b&gt;

Die Erklärung ist einfach. Auf der Höhe unseres Basislagers wird der Sauerstoff nur noch mit der Hälfte des Drucks in die Lungen gepresst wie auf Meereshöhe. Das hat Folgen: der Kreislauf muss härter ran und doch arbeitet alles langsamer,  auch das Gehirn. Der Schlaf wird dein Lieblingsbruder und das Denken dein Quälgeist. Bin ich immer noch zu theoretisch?

&lt;br&gt;&lt;br&gt;

Ein Beispiel: Ich will Ihnen eine einfache Geschichte über den höchsten Berg der Erde erzählen: Der Mount Eiffelturm ... (Denkpause) ... Der Mount Everest wurde 1853 ... Entschuldigung, aber das kann nicht sein ... (konzentriert) Der Mount Everest wurde 1953 erstmals bestiegen ... von ... (Denkpause) einem Sherpa ... (denke laut) Wie hieß der noch gleich? Traumprinz oder so ähnlich. Jetzt hab ich`s, Tenzing! Und der andere war eine Biene ... (Denkpause) Quatsch, ein Imker und hieß ... (denke laut) ... Ich habe es gleich. Er hieß genauso wie die frühere First Lady in den USA ...(Denkpause)... Genau, Hillary! (Es folgt ein Seufzer der Erleichterung).

Unter diesen Umständen reichen 24 Stunden für einen Tag nicht aus. Worüber hatten wir gerade gesprochen?
</description>
						<pubDate>22 May 2005 12:06:01</pubDate>
                		<guid>http://everest-blog.dw-world.de/everest-blog/index.php?section=news_detail&amp;NewsID=91</guid>
					</item>
                		<item>
                		<title>Warten auf das Wetterfenster</title>
                		<link>http://everest-blog.dw-world.de/everest-blog/index.php?section=news_detail&amp;NewsID=90</link>
                		<description>&lt;br&gt;&lt;br&gt;

Über nichts wird am höchsten Berg der Erde so viel diskutiert und spekuliert wie über das ominöse Wetterfenster. Wie von magischer Hand öffnet es sich in der Regel irgendwann in der zweiten Maihälfte, kurz bevor der Monsun Einzug hält und das Bergsteigen ohnehin unmöglich macht. Gewissermaßen die Ruhe vor dem Sturm. 

&lt;b&gt;Jetzt oder nie&lt;/b&gt;

Während des Wetterfensters regt sich kaum ein Lüftchen am Gipfel in 8850 Meter Höhe, kein Schneeflocken fällt, die Sonne scheint. Der Mount Everest scheint für ein paar Tage in Schönheitsschlaf verfallen zu sein. Dann gilt es für die Bergsteiger: Nichts wie hinauf, jetzt oder nie!

Auch Gerlinde, Ralf und Hiro warten auf das Wetterfenster. Nur bei stabilen Bedingungen ist die geplante Durchsteigung der Everest-Nordwand realistisch. Doch die Meteorologen im Internet nehmen das Wort Wetterfenster noch nicht in den Mund, geschweige denn in ihre Prognosen. Auch Charly Gabl, Wetter-Guru der Bergsteiger aus Innsbruck, mahnt zur Geduld. Vor Mitte der Woche werde es wohl nichts mit Fensterln am Everest, sagt er Ralf am Satelliten-Telefon.

&lt;b&gt;Es ist wie Pokern&lt;/b&gt;

Die Zeitschere beginnt sich zu schließen. Die Klettergenehmigungen für den Mount Everest laufen Ende Mai, Anfang Juni ab. Und wenn sich das Fenster erst nachher öffnet, oder gar nicht? Es ist ein bisschen wie Pokern. Nur dass man den Kartengeber nicht bestechen kann. </description>
						<pubDate>21 May 2005 08:07:03</pubDate>
                		<guid>http://everest-blog.dw-world.de/everest-blog/index.php?section=news_detail&amp;NewsID=90</guid>
						<enclosure url="http://mp3.dw-world.de/dwelle/blogs/Deutsche_Welle_Everest_Blog_Wetterfenster.mp3" length="762189" type="audio/mpeg" />
					</item>
                		<item>
                		<title>Das Schneehuhn-Massaker</title>
                		<link>http://everest-blog.dw-world.de/everest-blog/index.php?section=news_detail&amp;NewsID=89</link>
                		<description>&lt;br&gt;&lt;br&gt;

&lt;b&gt;Rückblick:&lt;/b&gt; Und wieder endet ein Tag im Basislager. 

&lt;b&gt;20 Uhr:&lt;/b&gt; Wir gehen mit den Schneehühnern schlafen, also kurz nach den letzten Sonnenstrahlen. Ein vernünftiges Gespräch im Mannschaftszelt ist wegen der frostigen Temperaturen und des permanenten Gähnens der Expeditionsteilnehmer ohnehin nicht mehr möglich.

&lt;b&gt;20.15 Uhr:&lt;/b&gt; Ich schlüpfe erst ins Zelt, dann in den Daunenschlafsack. Ich trage (von unten beginnend) Skisocken, eine kurze und eine lange Unterhose, Unterhemd, T-Shirt, Pullover und Pudelmütze. Eine 1,5 Liter-Trinkflasche mit heißem Wasser wandert ans untere Ende des Schlafsacks, zwecks Wärmung des dicken Zehs.

&lt;b&gt;20.20 Uhr:&lt;/b&gt; Ich schließe erst das rechte, dann das linke Auge.

&lt;b&gt;23.30 Uhr:&lt;/b&gt; Ich wache auf. Die Trinkflasche ist noch warm, aber ich empfinde sie als Fremdkörper. Raus damit! Das Thermometer im Zelt zeigt minus acht Grad. Die Blase drückt. Ich verschaffe ihr draußen Erleichterung, bewundere den hellen Mond, den tollen Sternenhimmel und wundere mich nicht, dass der Everest immer noch da steht. Trotz langer Unterhose ist es doch recht kühl, also zurück in den Schlafsack.

&lt;b&gt;2.30 Uhr:&lt;/b&gt; Ich schrecke auf, der Puls rast. Meine Pumpe zeigt mir den Vogel: Musst Du Depp eigentlich auf 5500 Metern schlafen, also halb im Himmel? Hast ja recht, denke ich. Der Puls normalisiert sich, ich schlafe wieder ein. 

&lt;b&gt;5.30 Uhr:&lt;/b&gt; Es wird hell. Prompt erwachen die Schneehühner und balzen in Kirmes-Lautstärke. Beinahe werfe ich meine pazifistischen Grundsätze über Bord, bin dann aber doch zu müde und verkrieche mich erneut im Schlafsack.

&lt;b&gt;7.30 Uhr:&lt;/b&gt; &quot;Dai, morning tea!&quot; Unser Koch Sitaram erlöst mich vom Alptraum eines Schneehuhn-Massakers.  

&lt;b&gt;7.45 Uhr:&lt;/b&gt; Die ersten Sonnenstrahlen streicheln das Zelt. Im Nu schießt das Thermometer auf plus 15 Grad. Zeit aufzustehen. Und wieder beginnt ein Tag im Basislager.
</description>
						<pubDate>21 May 2005 08:35:01</pubDate>
                		<guid>http://everest-blog.dw-world.de/everest-blog/index.php?section=news_detail&amp;NewsID=89</guid>
					</item>
                		<item>
                		<title>Mangelware Wasser</title>
                		<link>http://everest-blog.dw-world.de/everest-blog/index.php?section=news_detail&amp;NewsID=88</link>
                		<description>&lt;br&gt;&lt;br&gt;

Über den schleichenden Verfall der Körperpflege ist an dieser Stelle schon berichtet worden. Doch wir mutieren nicht freiwillig zu Yetis oder sind plötzlich zu überzeugten Erdferkeln geworden. Der Grund ist ganz einfach: Wasser ist Mangelware. Das Basislager liegt in einer Senke am Rande des zentralen Rongbuk-Gletschers. Dort gibt es keine Quelle. 

&lt;b&gt;Vorräte aufgebraucht&lt;/b&gt;

Zunächst ließen sich zwischen den Felsbrocken noch einige Schneeflecken finden, die in geschmolzenem Zustand eher nach dünner Milch als nach Wasser aussahen, zum Spülen und Waschen aber taugten. Inzwischen sind diese Vorräte weitgehend aufgebraucht oder weggetaut. 

&lt;b&gt;Kanister schleppen&lt;/b&gt;

Selbst Yetis und Erdferkel benötigen Trinkwasser, also auch wir. Zwei Mal am Tag steigt unser Koch Sitaram eine steile Moräne hinab, um aus einem kleinen Gletscherteich Wasser zu schöpfen und den Kanister dann wieder hinaufzuschleppen. 20 Minuten hinunter, 40 Minuten herauf, eine Tortur in 5500 Metern Höhe. 

Ich habe ihn begleitet, die Hälfte Wasser geschleppt, ein Viertel länger an Zeit gebraucht und mich doppelt so alt gefühlt wie er. Danke Sitaram! Ohne Helfer wie dich wären die Yetis und Erdferkel in den Basislagern dieser Welt schon längst eingegangen.
</description>
						<pubDate>20 May 2005 06:18:03</pubDate>
                		<guid>http://everest-blog.dw-world.de/everest-blog/index.php?section=news_detail&amp;NewsID=88</guid>
						<enclosure url="http://mp3.dw-world.de/dwelle/blogs/Deutsche_Welle_Everest_Blog_Hygiene.mp3" length="936075" type="audio/mpeg" />
					</item>
                		<item>
                		<title>Chance: 50 zu 50</title>
                		<link>http://everest-blog.dw-world.de/everest-blog/index.php?section=news_detail&amp;NewsID=87</link>
                		<description>&lt;br&gt;&lt;br&gt;

Der erste Eindruck ist meist der richtige. Wenn es danach ginge, stünden die Chancen für Gerlinde, Ralf und Hiro, die &quot;Supercouloir&quot;-Route durch die Nordwand des Mount Everest zu durchsteigen, etwa 50 zu 50. 

&lt;b&gt;&quot;Schwer, aber machbar&quot;&lt;/b&gt;

Gestern Nachmittag kehrten die drei von ihrer Erkundungstour zum Wandfuß zurück. Entgegen ihrer ursprünglichen Planung waren sie nicht in den unteren Teil der Route hineingeklettert, sondern hatten sich damit begnügt, die Bedingungen im Japaner-Couloir und im Hornbein-Couloir von ihrem Zelt in 6000 Meter Höhe aus mit dem Fernglas zu studieren. 

Gerlindes Einschätzung: &quot;Schwer, aber machbar.&quot; Ralf ist weniger optimistisch. Er hatte bei der Erkundungstour mit Magenproblemen zu kämpfen und fühlte sich einfach nicht fit. &quot;In dem Zustand habe ich keine Chance, durch die Nordwand auf den Everest zu kommen&quot;, sagt der 43-Jährige, der auf die Erfahrungen von über 40 Expeditionen allein im Himalaya und Karakorum zurückblickt. Und Hiro? Der Japaner wiegt seinen Kopf von rechts nach links, und meint dann: &quot;Ich fühle mich auch noch ziemlich müde.&quot;

&lt;b&gt;Viel schlafen, essen und trinken&lt;/b&gt;

Dem Trio steckt die Besteigung des Achttausenders Shishapangma in den Knochen. Eine solche Belastung schüttelt man nicht ab wie einen Jogginglauf am Rhein, schon gar nicht in dieser Höhe. Jetzt heißt es für Gerlinde, Ralf und Hiro: Kräfte tanken, viel schlafen, essen und trinken. Die Zeit drängt nicht. Noch scheint der Bergriese die Liliputaner an seinen Flanken ohnehin wegpusten zu wollen. Heute morgen konnte man den Gipfel des Mount Everest vom Basislager aus nicht einmal sehen.
</description>
						<pubDate>20 May 2005 12:10:04</pubDate>
                		<guid>http://everest-blog.dw-world.de/everest-blog/index.php?section=news_detail&amp;NewsID=87</guid>
						<enclosure url="http://mp3.dw-world.de/dwelle/blogs/Deutsche_Welle_Everest_Blog_Rueckkehr_der_Expedition.mp3" length="627199" type="audio/mpeg" />
					</item>
                		<item>
                		<title>Wo ist denn die Toilette?</title>
                		<link>http://everest-blog.dw-world.de/everest-blog/index.php?section=news_detail&amp;NewsID=86</link>
                		<description>Ich gehöre zu den Menschen, für die das eigene &quot;stille Örtchen&quot; ein Stück Zuhause bedeutet und die sich daher auf Fernreisen schwer tun. Die Möglichkeit einzuhalten ist zeitlich begrenzt, man sammelt also zwangsläufig Erfahrungen.  

&lt;b&gt;Betonierte Toilettenhäuschen&lt;/b&gt;

Ich will Sie nicht mit der ganzen Palette an möglichen und unmöglichen Toiletten meiner Reise quälen, sondern beginne erst im chinesischen Everest-Basislager, 5200 Meter hoch gelegen, mit Jeeps erreichbar. Dort haben die Chinesen, wie es so ihre Art ist, ein Toilettenhäuschen in die Landschaft betoniert. Darin, fein säuberlich auf Nabelhöhe (!) mit Betonblende abgetrennt, zwei Kammern mit jeweils einem Loch in der Mitte und einem Stalagmit menschlicher Exkremente darunter. Da muss man schon sehr müssen, um nicht auf der Stelle die Flucht zu ergreifen. 

&lt;b&gt;Klopapier und Schlimmeres&lt;/b&gt;

Die Alternative ist verlockend, wenn auch im Gebirge oft recht kalt. Während der Wanderung lässt man die anderen vorgehen, hockt sich hinter einen größeren Stein, legt anschließend einen kleineren übers Geschäft und fertig. 

In einem Basislager wie unserem, in dem 13 Personen aus zwei Expeditionen mehrere Wochen lang zusammenleben, wäre diese Variante allerdings auch  schnell zum Scheitern verurteilt, da die Zahl der größeren Steine endlich ist und niemand ständig über Klopapier und Schlimmeres stolpern möchte. 

&lt;b&gt;Tolle Erfindung: Das Toilettenzelt&lt;/b&gt;

Und so ist irgendjemand auf die geniale Erfindung des Toilettenzeltes gekommen. Eine  kleine Grube ausheben, das mannshohe Zelt darüber und schon hat man ein in Maßen intimes, zuweilen zugiges, meist aber stilles Örtchen. Und wenn die Grube voll ist, wird sie gedeckelt und das Zelt versetzt.

Am Berg gibt es solchen Komfort nicht. Dort hilft nur die Pinkelflasche oder der Weg nach draußen. Einige Bergsteiger sind dabei schon abgestürzt. Also genießen Sie Ihr &quot;stilles Örtchen&quot; daheim!
</description>
						<pubDate>19 May 2005 07:15:05</pubDate>
                		<guid>http://everest-blog.dw-world.de/everest-blog/index.php?section=news_detail&amp;NewsID=86</guid>
					</item>
                		<item>
                		<title>Sitaram der Gourmet-Chef</title>
                		<link>http://everest-blog.dw-world.de/everest-blog/index.php?section=news_detail&amp;NewsID=85</link>
                		<description>&lt;br&gt;&lt;br&gt;

&quot;Dai!&quot; Der vielleicht wichtigste Ruf im Basislager. &quot;Dai&quot; ist Nepali und bedeutet älterer Bruder. Wenn Sitaram Rai mich so ruft, weiß ich, dass der Tisch im Mannschaftszelt gedeckt ist. Sitaram ist der Koch und damit so etwas wie die Seele unserer Expedition. 

&lt;b&gt;Gourmet-Sterne verdient&lt;/b&gt;

Drei Mal täglich zaubert der 28-Jährige aus Nepal köstliche Speisen auf den Tisch. Ständig versorgt er uns mit heißem Tee und Wasser für Kaffee. Wenn es so etwas wie Gourmet-Sterne für Expeditionsköche gäbe, Sitaram hätte sie verdient. Zuletzt präsentierte er uns in einzelnen Pfännchen Rindersteaks, medium gebraten, mit Pommes Frites, Nudeln und Blumenkohl. Wie er das Fleisch von Kathmandu aus hinauf ins Basislager auf 5500 Meter Höhe gerettet hat, ist mir schleierhaft. Es schmeckte jedenfalls köstlich und blieb ohne verdauungs-technische Nachwirkungen. 

&lt;b&gt; Eine Gasflamme genügt&lt;/b&gt;

An einem anderen Tag überraschte er uns mit einem Kuchen, den er in einer Metallform im Kochtopf gebacken hatte. Sitaram verfügt in seinem Küchenzelt über zwei Gasflammen, doch eigentlich, so der Koch, benötige er nur eine.
Sitaram ist die soziale Leiter in Nepal ein Stück hinaufgestiegen. Mit 16 Jahren begann er als Träger für Trekkinggruppen, dann wurde er Küchengehilfe, mit 21 schließlich verantwortlicher Koch. Unsere Expedition zum Mount Everest ist seine siebte zu einem Achttausender. Kurios: Auch seine beiden Brüder bekochen Bergsteiger und Trekkingtouristen.

&lt;b&gt;Ersatzfamilie auf dem Berg&lt;/b&gt;
 
 Mit der dünnen Luft hat Sitaram übrigens keine Probleme. Vielleicht liegt es daran, dass er aus der Region um den Achttausender Makalu stammt, auch wenn er seit 15 Jahren nicht mehr dort gewesen ist. Mehrere Monate im Jahr muss Sitaram seine Frau und die zehn, sechs und zwei Jahre alten Töchter in Kathmandu zurücklassen. Schicksal eines Expeditionskochs. Statt seiner eigenen hat er dann eine Ersatzfamilie um sich: &quot;dais&quot; und &quot;bais&quot;, ältere und jüngere Brüder, oder wie im Fall Gerlindes auch einmal eine &quot;didi&quot;, eine ältere Schwester.
</description>
						<pubDate>19 May 2005 11:39:03</pubDate>
                		<guid>http://everest-blog.dw-world.de/everest-blog/index.php?section=news_detail&amp;NewsID=85</guid>
						<enclosure url="http://mp3.dw-world.de/dwelle/blogs/Deutsche_Welle_Everest_Blog_19_Mai.mp3" length="500528" type="audio/mpeg" />
					</item>
                		<item>
                		<title>Erster Test für den Tag X</title>
                		<link>http://everest-blog.dw-world.de/everest-blog/index.php?section=news_detail&amp;NewsID=84</link>
                		<description>&lt;br&gt;&lt;br&gt;

Heute früh sind Gerlinde, Ralf und Hiro zu einer Erkundungstour aufgebrochen. Ihr Ziel: der etwa sechs Stunden entfernte Fuß der Everest-Nordwand. Sie wollen sich selbst ein Bild von den Bedingungen im so genannten &quot;Supercouloir&quot; machen und sich nicht auf die Äußerungen der tschechischen Bergsteiger hier im Basislager verlassen, die sich wochenlang die Zähne an der Route ausgebissen haben. 

&lt;b&gt;Ein eingespieltes Team&lt;/b&gt;

Gerlinde, Ralf und Hiro scheinen froh zu sein, dass es langsam, aber sicher wieder ernst wird. Keine Frage, die Tage der Erholung im Basislager waren nötig. Jetzt aber wartet Chomolungma, die &quot;Göttinmutter der Erde&quot;, wie die Tibeter den Mount Everest nennen. Akribisch haben die drei Bergsteiger vor ihrem Aufbruch das Material zusammengesucht und begutachtet. Sie haben die Spitzen der Eisgeräte ausgetauscht oder die alten geschärft, die Steigeisen geschliffen. Wer jetzt Fehler macht, kann sie später in der Wand nicht mehr korrigieren. 

Das Trio wirkt auf mich entschlossen und konzentriert. Keine böse Bemerkung fällt, vieles geschieht ohne Worte – ein eingespieltes Team. Eine Abordnung der Tschechen vergewissert sich, dass Gerlinde, Ralf und Hiro wirklich nur die Lage erkunden und nicht Ernst machen wollen mit dem Gipfel. Die Wetterprognose für die nächsten Tage sei doch schlecht. 

&lt;b&gt;Leichtzelt am Wandfuß&lt;/b&gt;

Ralf beruhigt die Bergsteiger aus Tschechien. Sie stellen lediglich am Wandfuß ihr Leichtzelt auf und beobachten, ob, wann und wo Lawinen durch die Rinnen schießen oder Felsbrocken talwärts donnern. Wenn die Verhältnisse es zulassen, will das Trio am Donnerstag in den unteren Teil der Route einsteigen, um die Qualität des Eises zu testen. Anschließend legen Gerlinde, Ralf und Hiro ein Materialdepot an und kehren ins Basislager zurück. Bis dahin bleibe ich per Funkgerät mit ihnen in Kontakt, auch das ein Test für den Tag X.
</description>
						<pubDate>18 May 2005 02:27:03</pubDate>
                		<guid>http://everest-blog.dw-world.de/everest-blog/index.php?section=news_detail&amp;NewsID=84</guid>
						<enclosure url="http://mp3.dw-world.de/dwelle/blogs/oton18.mp3" length="775860" type="audio/mpeg" />
					</item>
                		<item>
                		<title>Wir verwildern</title>
                		<link>http://everest-blog.dw-world.de/everest-blog/index.php?section=news_detail&amp;NewsID=83</link>
                		<description>Ich bin auf dem besten Weg zum Yeti. Der Dreck steckt inzwischen vielerorts, um nicht zu sagen überall: in den Klamotten, auf der Haut, unter den Fingernägeln. Der Bart sprießt unkontrolliert. Die Haare scheinen sich damit abgefunden zu haben, nicht gewaschen zu werden und jucken nicht mehr. Ich verstecke sie ohnehin meistens unter der Wollmütze. 

&lt;br&gt;&lt;br&gt;

Die Socken muffeln wie - das überlasse ich der Phantasie der Leser. Warum ich das schreibe? Damit keiner denkt, wir machen uns hier einen Lenz. Wir verwildern, in gewisser Hinsicht und haben dabei noch nicht einmal ein schlechtes Gewissen. Denn wir verwildern parallel. So stören weder der strenge Geruch, weil alle so riechen. Noch der wilde Bartwuchs, denn bei den anderen (außer natürlich Gerlinde) sprießen ebenfalls die Stoppeln. Und auch nicht die fettigen Haare, weil wir sie uns alle nicht waschen können. Aber wir putzen uns die Zähne und waschen die Hände vor dem Essen. Das trennt uns noch vom Yeti, oder?
</description>
						<pubDate>17 May 2005 08:40:05</pubDate>
                		<guid>http://everest-blog.dw-world.de/everest-blog/index.php?section=news_detail&amp;NewsID=83</guid>
					</item>
                		<item>
                		<title>Stelldichein im Mannschaftszelt</title>
                		<link>http://everest-blog.dw-world.de/everest-blog/index.php?section=news_detail&amp;NewsID=82</link>
                		<description>&lt;br&gt;&lt;br&gt;

Das darfst du keinem erzählen. Hier sitzen deutsche und tschechische Bergsteiger zusammen und trinken chinesisches Bier. &lt;a href=&quot;http://www.everestspeakersbureau.com/js.htm&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Josef Simunek&lt;/a&gt;, Leiter der tschechischen Everest-Nordwand-Expedition, klopft sich vor Lachen auf die Schenkel. Zum Stelldichein im Mannschaftszelt der Tschechen haben Gerlinde, Ralf, Hiro und ich sechs Büchsen in China gebrauten Gerstensaftes mitgebracht. Im Gegenzug werden wir mit einem Gläschen Pflaumenschnaps begrüßt, den einer der tschechischen Bergsteiger selbst destilliert hat. Ob das der Grund ist, dass er mir direkt in den Kopf steigt? Im Zweifelsfall ist immer die Höhe schuld!

Das hier ist eine Weltmeisterschaft des Wartens, sagt Josef. Seit Wochen schlägt sich sein Team, zwei Frauen und vier Männer, mit der Supercouloir-Route in der Nordwand herum und ist doch nicht höher als 6900 Meter gekommen. Ihr Stil unterscheidet sich allerdings auch deutlich von dem Gerlindes, Ralfs und Hiros. Die Tschechen haben Fixseile verlegt und versucht, Hochlager zu bauen. Lawinen und Steinschlag haben sie immer wieder zurückgetrieben. Die Moral scheint gedrückt, aber nicht gebrochen. Noch immer hoffen Josef und Co. auf den Erfolg ihres Unternehmens. 

&lt;b&gt;Warten auf das Wetterfenster&lt;/b&gt;

Empfinden sie Gerlinde, Ralf und Hiro als Konkurrenten? Vielleicht, aber sie lassen es sich nicht anmerken. Die Stimmung ist locker. Noch sitzen alle in einem Boot, das an einer bestimmten Stelle leckt: dem Wetter. Für die nächsten Tage sind kleine Tiefdruckgebiete mit Niederschlägen und starkem Wind im Gipfelbereich vorhergesagt. Noch keine Spur vom heiß ersehnten so genannten Wetterfenster, einer stabilen Schönwetter-Periode von mehreren Tagen vor Beginn des Monsuns. 

&lt;br&gt;&lt;br&gt;

In der vergangenen Nacht hat es hier im Basislager geschneit. Gerlinde, Ralf und Hiro haben ihre bereits gepackten Rucksäcke wieder ins Zelt gestellt. Eigentlich wollten sie heute zum Wandfuß aufbrechen, um sich selbst ein Bild von den Verhältnissen in der Route zu machen. Vielleicht morgen, oder übermorgen, oder? Für den Erfolg brauchst du Geduld und vielleicht auch chinesisches Bier.
</description>
						<pubDate>17 May 2005 03:51:04</pubDate>
                		<guid>http://everest-blog.dw-world.de/everest-blog/index.php?section=news_detail&amp;NewsID=82</guid>
						<enclosure url="http://mp3.dw-world.de/dwelle/blogs/oton17.mp3" length="502606" type="audio/mpeg" />
					</item>
                		<item>
                		<title>Die Kälte ist der Feind</title>
                		<link>http://everest-blog.dw-world.de/everest-blog/index.php?section=news_detail&amp;NewsID=81</link>
                		<description>Bergsteigen ist kein Kinderspiel, schon gar nicht an den höchsten Bergen der Welt. Neben Gefahren wie Lawinen oder Steinschlag lauert ein subtiler Feind: die Kälte. Sie schleicht sich in deinen Schlafsack, kriecht in deine Schuhe, schlägt zu, wenn du die Handschuhe ausgezogen hast, um ein Foto in der Wand zu machen oder um einfach besseren Halt am Fels zu haben. Selbst jetzt zur Mittagszeit im Basislager, in der dich die Sonnenstrahlen umschmeicheln und die Temperatur im Zelt in die Höhe jagt, hat sich die Kälte nicht zur Ruhe gelegt. 

&lt;b&gt;Ungebetene Andenken&lt;/b&gt;

Ralf brachte eben seine frisch gewaschene Jacke ins Messzelt, der Wind hatte sie steif gefroren. Die drei Bergsteiger haben ungebetene Andenken an ihre Besteigung der Shishapangma mitgebracht. Weil sie ein wenig zu früh in der Nacht zum Gipfel aufbrachen, hat die Kälte sie erwischt. Gerlindes Zehen sind geschwollen und fühlen sich so die Österreicherin – bamstig an, in etwa wie das Zahnfleisch, wenn die Spritze des Arztes noch nachwirkt. 

&lt;b&gt;Alles nicht tragisch&lt;/b&gt;

 Ralfs linker Nasenflügel sieht aus, als hätte man ein Stück Fleisch in der Sonne vergessen. Alle Farbtöne zwischen rot und schwarz sind vertreten. Seine Fingerspitzen sind gefühllos. Einige Monate wird es dauern, bis die Nerven wieder einwandfrei funktionieren. Die böse Kälte hat Hiro am Fuß erwischt, rötlich-braun schimmert die Spitze seines dicken Zehs. Alles nicht tragisch, sagen die drei Bergsteiger. Nichts, das bleibt. Aber ihr Freund wird die Kälte nie.

&lt;a href=&quot;http://www.adventureweather.com/forecasts/everestforecast.php&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Tägliche Wetterprognose für den Mount Everest (englisch)&lt;/a&gt;
</description>
						<pubDate>16 May 2005 03:41:05</pubDate>
                		<guid>http://everest-blog.dw-world.de/everest-blog/index.php?section=news_detail&amp;NewsID=81</guid>
					</item>
                		<item>
                		<title>Ankunft im vorgeschobenen Basislager</title>
                		<link>http://everest-blog.dw-world.de/everest-blog/index.php?section=news_detail&amp;NewsID=80</link>
                		<description>&lt;br&gt;&lt;br&gt;

Zehn Tage liegen zwischen Kathmandu und dem vorgeschobenen Basislager in 5500 Meter Höhe. Zehn Tage voller Eindrücke im besetzten Tibet, zehn Tage Sonne, Sturm und Schnee, zehn Tage der Akklimatisierung, zehn Tage mit einer Dusche, ohne Rasur, mit zwei Blasen am Fuß und einem angebrochenen Zehnagel. 

&lt;b&gt;Auf Yaks nach Nyalam&lt;/b&gt;

Im Dorf Nyalam in Tibet auf 3700 Metern Höhe verbrachte ich zwei Tage, in denen ich zwei Mal auf etwa 4800 Meter aufstieg, um mich an die dünne Luft zu gewöhnen. Dann nahmen mich Gerlinde, Ralf und Hiro mit in ihr Basislager an der Südseite der Shishapangma. Sie hatten gerade den Gipfel des 8000ers über eine schwierige Route durch die Südwand erreicht und waren auf der Nordseite abgestiegen. Überschreitung nennen die Bergsteiger das. Nun musste das Basislager in 4800 Metern Höhe abgebaut, in Tonnen, Kisten und Säcke verpackt und auf Yaks nach Nyalam zurück transportiert werden. 

&lt;b&gt;Nichts wie weg hier!&lt;/b&gt;

Von dort aus fuhren wir am nächsten Tag mit einem Jeep und einem Lkw ins so genannte Chinese Basecamp: eine schreckliche Kleinstadt aus Zelten mit Restaurants, Souvenirshops, Postbüro und jeder Menge Lärm. Mehr als 20 Expeditionen mit über 150 Bergsteigern versprechen eben ein Bombengeschäft. Wir waren uns alle einig: Nichts wie weg hier! Ralf buchte für den nächsten Morgen 13 Yaks, die unsere Zelte, Lebensmittel und sonstige Ausrüstung ins vorgeschobene Basislager bringen sollten.

&lt;b&gt;Willenlose Gummistangen&lt;/b&gt;

Den Gipfel des Mount Everest mit seiner charakteristischen Windfahne im Blick machten wir uns auf den Weg nicht wie fast alle anderen Expeditionen zum östlichen, sondern zum zentralen Rongbuk-Gletscher. Siebeneinhalb Stunden über Moränen, kleine und größere Felsbrocken. 
























Unser vorgeschobenes Basislager liegt auf 5500 Metern in einem windgeschützten Talkessel. Als wir es erreichten, schnaufte ich wie ein Walross in der Sauna. In meinem Kopf schwang wer-weiß-wer den großen Hammer und meine Beine hatten sich in zwei willenlose Gummistangen verwandelt. 

&lt;b&gt;Atmung: normalisiert&lt;/b&gt;

Anderthalb Tage später hat sich die Atmung wieder normalisiert, der Hammer ruht und die Beine laufen wieder in die Richtung, in die sie sollen. Auch Gerlinde, Ralf und Hiro sammeln Kräfte: für ihren gefährlichen Weg durch die steile Nordwand, hinauf auf den 8850 Meter hohen Gipfel des Mount Everest.  
</description>
						<pubDate>16 May 2005 11:53:01</pubDate>
                		<guid>http://everest-blog.dw-world.de/everest-blog/index.php?section=news_detail&amp;NewsID=80</guid>
					</item>
                		<item>
                		<title>Der Everest wartet...</title>
                		<link>http://everest-blog.dw-world.de/everest-blog/index.php?section=news_detail&amp;NewsID=74</link>
                		<description>

Kathmandu – pulsierendes Herz Nepals, allerdings mit Rhythmusstörungen. Erst vor wenigen Tagen hat König Gyanendra den Ausnahmezustand beendet. Dem  Touristenviertel Thamel fehlen die Touristen. Jeder Ladenbesitzer,  Straßenverkäufer, Taxi- und Rikschafahrer spricht mich an – in der Hoffnung auf Kundschaft. 
Im Straßenverkehr herrscht weiter Ausnahmezustand. Wer vorwärts kommen will, muss hupen und dreist sein. Als Fußgänger habe ich schlechte Karten. Die Straßenseite zu wechseln ist wie russisches Roulette: Hält er oder hält er nicht? Und dann diese abgasschwangere Luft, nicht auszuhalten! Es wird Zeit, dass ich in die Berge komme. Der Mount Everest wartet - weniger er auf mich als ich auf ihn.
























Ralf, Gerlinde und Hirotaka wollen auf der tibetischen Seite des Bergs die  Nordwand durchsteigen,  über eine Route fast so gerade wie ein Strich, immer zwischen 45 und 70 Grad steil. Ein mutiges Projekt jenseits des kommerziellen Wahnsinns, der sich auf den Normalwegen am höchsten Berg der Erde abspielt. Während sich dort wieder Hunderte von Bergsteigern tummeln, werden wir an der Nordwand alleine sein. Ich selbst halte zwei Wochen lang im vorgeschobenen Basislager auf gut 5800 Metern die Stellung, mit unserem nepalesischen Koch. 
Aber nicht aus Vorfreude auf dessen Kochkünste kribbelt es in der Magengegend. Ich bin aufgeregt und zugleich neugierig: Was erwartet mich in Tibet?  Werden Ralf, Gerlinde und Hirotaka erfolgreich sein und - was viel wichtiger ist - heil zurückkehren? Wie komme ich mit dem Basislager-Leben zurecht? Vertrage ich die dünne Luft? Auch das Denken fällt in großen Höhen schwer, ob der Leser es merken wird? Fragen über Fragen. Aber liegt es nicht im Wesen des Abenteuers, dass es unvorhersehbar ist?

Chomolungma nennen die Tibeter den Mount Everest, &quot;Göttinmutter der Erde&quot;. Sie glauben, dass man dem höchsten Berg der Erde mit Respekt und Demut begegnen muss. Gnade dir Gott, wenn die Göttinmutter zornig ist! Dann schickt sie dir Stürme, Lawinen, Steinschlag oder lässt dich einfach so leichtsinnig werden, dass du einen tödlichen Fehler machst. Wird Chomolungma uns gnädig sein?</description>
						<pubDate>12 May 2005 08:23:04</pubDate>
                		<guid>http://everest-blog.dw-world.de/everest-blog/index.php?section=news_detail&amp;NewsID=74</guid>
					</item>
                		<item>
                		<title>Der Weg an die Spitze</title>
                		<link>http://everest-blog.dw-world.de/everest-blog/index.php?section=news_detail&amp;NewsID=72</link>
                		<description>

&quot;One of the coolest expeditions this year&quot; - so steht es auf eine der renommiertesten Bergsteiger-Seiten im Internet. Gerlinde, Ralf und Hiro wollen die auf der tibetischen Seite gelegene steile Nordwand des Mount Everest durchsteigen - und das auf einer Route, die sich vom zentralen Rongbukgletscher über 2500 Höhenmeter fast bis zum Gipfel wie ein gerader Strich durch die steile Fels- und Eiswand zieht.

&lt;b&gt;Japaner-Couloir&lt;/b&gt;

Das sogenannte &quot;Supercouloir&quot; verbindet zwei markante Rinnen durch die Wand: im unteren Teil das &quot;Japaner-Couloir&quot; (1980 von den Japanern Shigehiro und Ozaki erstmals durchstiegen), im oberen Teil das &quot;Hornbein-Couloir&quot; (benannt nach dem US-Bergsteiger Hornbein, der sich 1963 mit seinem Landsmann Unsoeld auf rund 7600 Metern Höhe als Erster in die steile Nordwand wagte). 



Allergrößte Vorsicht ist angesagt. Schließlich ist die Route ständig zwischen 45 und 70 Grad steil. Hat es am Everest viel geschneit, donnern Lawinen durch die Rinnen. Ist der Schnee ausgeblieben, verwandelt blankes Eis die Couloirs in gefährliche Rutschbahnen - mit Steinschlaggefahr, nur dass hier kein Verkehrsschild davor warnt!

&lt;b&gt;Extrem kalte Nächte&lt;/b&gt;

Je schneller Gerlinde, Ralf und Hiro aufsteigen, desto besser. Sie wollen mit zwei Biwaks auskommen. Zwei extrem kalte Nächte, entweder liegend in einem Leichtzelt auf einer kleinen Eisstufe oder - wenn auch dafür der Platz fehlt - eng zusammen sitzend im Biwaksack. 

Das Hornbein-Couloir endet in einer Höhe von etwa 8600 Metern Höhe. Von dort aus geht es ein kurzes Stück quer nach rechts hinüber zum Westgrat und von dort zum Gipfel in 8850 Metern Höhe. 

&lt;b&gt;Ohne Atemmasken&lt;/b&gt;

&quot;Wir haben nur dann eine realistische Chance, wenn die Verhältnisse in der Route gut sind und das Wetter mitspielt&quot;, sagt Ralf. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Über 2000 Mal ist der Mount Everest inzwischen bestiegen worden, nur sieben Mal davon durch das Supercouloir in der Nordwand. Von diesen sieben erfolgreichen Bergsteigern wiederum verzichteten nur zwei auf Atemmasken. 

Gerlinde, Ralf und Hiro wollen den Everest auf dieser schwierigen Route im &quot;Alpinstil&quot; besteigen, &quot;by fair means&quot;: ohne Hilfe von Hochträgern, ohne feste Hochlager, ohne Fixseile - und auch ohne zusätzlichen Sauerstoff. Ein ehrgeiziges, sportliches Ziel und &quot;eine Route&quot; , so Gerlinde, &quot;die einem Bergsteiger vom Einstieg bis zum Ausstieg wirklich alles abverlangt&quot;.

&lt;a href=&quot;http://www.dw-world.de/dw/article/0,1564,1551162,00.html&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Mount-Everest-ABC bei DW-WORLD&lt;/a&gt;
</description>
						<pubDate>11 May 2005 07:07:05</pubDate>
                		<guid>http://everest-blog.dw-world.de/everest-blog/index.php?section=news_detail&amp;NewsID=72</guid>
						<enclosure url="http://mp3.dw-world.de/dwelle/blogs/Everest-Route.mp3" length="1473678" type="audio/mpeg" />
					</item>
                		<item>
                		<title>Stefan Nestler</title>
                		<link>http://everest-blog.dw-world.de/everest-blog/index.php?section=news_detail&amp;NewsID=68</link>
                		<description>

Das Meer sah Stefan Nestler im Alter von 16 Jahren zum ersten Mal. Bis dahin hatten alle Familien-Urlaube in die Alpen geführt. Vielleicht rührt daher die besondere Beziehung des 42 Jahre alten Journalisten zu den Bergen. 

Seit 1988 arbeitet Stefan Nestler für die Deutsche Welle, seit 1997 in der Sportredaktion. Beruflich zog es ihn immer wieder in die Berge. 2002 stand er in Nepal erstmals dem Mount Everest gegenüber - bei einer Reportage-Trekkingreise zum Basislager in 5300 Metern Höhe. 2003 berichtete er als einziger deutscher Radio-Reporter über die Feiern zum 50 Jahr-Jubiläum der Everest-Erstbesteigung in Kathmandu. Dafür wurde er später vom nepalesischen Bergsteiger-Verband ausgezeichnet. 2004 folgte ein Reportage-Trekking ins Karakorum-Gebirge in Pakistan. Ziel war das Basislager am K 2, dem zweithöchsten Berg der Erde.  

Darüber hinaus hat Stefan Nestler zahlreiche andere Radio-Beiträge zum Bergsport produziert und Interviews mit Bergsteiger-Legenden wie Edmund Hillary, Chris Bonington, Reinhold Messner oder Kurt Diemberger geführt. Seine Features über den ersten Deutschen auf dem Everest, Reinhard Karl, und den Nanga-Parbat-Erstbesteiger Hermann Buhl wurden als CDs  Büchern beigelegt. 

Stefan Nestler ist verheiratet und hat fünf Kinder. Für die ausgiebigen Wanderungen und Skifahrten mit seiner Familie bevorzugt er die im Vergleich zum Himalaya einige tausend Meter niedrigeren Berge der Alpen. </description>
						<pubDate>10 May 2005 04:39:05</pubDate>
                		<guid>http://everest-blog.dw-world.de/everest-blog/index.php?section=news_detail&amp;NewsID=68</guid>
					</item>
                		<item>
                		<title>Hirotaka Takeuchi</title>
                		<link>http://everest-blog.dw-world.de/everest-blog/index.php?section=news_detail&amp;NewsID=71</link>
                		<description>

Hirotaka Takeuchi arbeitet als Sportartikelverkäufer in Tokio - wenn er nicht gerade in den Bergen unterwegs ist. Sechs Achttausender hat der 34-Jährige schon bestiegen, darunter die beiden höchsten: 1996 stand Takeuchi sowohl auf dem Mount Everest als auch auf dem K 2. Beide bestieg er über die Normalrouten - den Everest von der tibetischen Nordseite aus, mit zusätzlichem Sauerstoff. 

2004 gelangen ihm gemeinsam mit Gerlinde Kaltenbrunner und Ralf Dujmovits die anspruchsvollen Besteigungen der Achttausender Annapurna in Nepal und Gasherbrum I in Pakistan. 

Trotz seiner Erfolge gehört &quot;Hiro&quot; nach eigener Einschätzung in seiner Heimat nicht zu den bekannten Bergsteigern:&quot; Die japanischen Medien konzentrieren sich eher auf die großen Kletterteams als auf Individualisten wie mich&quot;. Privat ist Hirotaka Takeuchi glücklich verheiratet – mit einer Nicht-Bergsteigerin.</description>
						<pubDate>09 May 2005 05:13:05</pubDate>
                		<guid>http://everest-blog.dw-world.de/everest-blog/index.php?section=news_detail&amp;NewsID=71</guid>
					</item>
                		<item>
                		<title>Gerlinde Kaltenbrunner</title>
                		<link>http://everest-blog.dw-world.de/everest-blog/index.php?section=news_detail&amp;NewsID=70</link>
                		<description>

Nach den Sonntagsgottesdiensten durfte die kleine Gerlinde Kaltenbrunner den Pfarrer auf seinen Touren in die Berge rund um Spital am Pyhrn in Oberösterreich begleiten. Dass aus dem bergbegeisterten kleinen Mädchen einmal die erfolgreichste Höhenbergsteigerin Österreichs würde, ahnte der Gottesmann damals wohl nicht. 

Mit 23 Jahren stand Gerlinde erstmals auf einem Achttausender, inzwischen stehen in ihrem Touren-Buch sechs Achttausender-Hauptgipfel. Die letzten beiden, die  Annapurna in Nepal und den Gasherbrum I in Pakistan, bestieg sie gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten Ralf Dujmovits.  

Die 34 Jahre alte Österreicherin liebäugelt damit, als erste Frau auf allen Achttausendern zu stehen - und das ohne Atemmaske. Auch der höchste Berg der Erde macht da keine Ausnahme. &quot;Den Everest habe ich bis vor kurzem überhaupt nicht im Kopf gehabt&quot;, sagt Gerlinde. Jetzt aber fühle sie sich dafür mental bereit und körperlich topfit. „Wer weiß, was in zehn Jahren ist?“

Ihren Job als Krankenschwester hat Gerlinde Kaltenbrunner an den Nagel gehängt. Sie verdient ihr Geld als Profibergsteigerin. Den Gedanken an eigene Kinder stellt sie dafür erst einmal hinten an:&quot; Eine verantwortungsbewusste Mutter würde sich solchen Gefahren nicht aussetzen&quot;.  

&lt;a href=&quot;http://derstandard.at/?url=/?id=2050563&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Zeitungsartikel über die Expedition und Gerlinde Kaltenbrunner im &quot;Standard&quot; vom 18.5.2005&lt;/a&gt;
</description>
						<pubDate>09 May 2005 05:13:02</pubDate>
                		<guid>http://everest-blog.dw-world.de/everest-blog/index.php?section=news_detail&amp;NewsID=70</guid>
						<enclosure url="http://mp3.dw-world.de/dwelle/blogs/gerlinde_kaltenbrunner.mp3" length="6310126" type="audio/mpeg" />
					</item>
                		<item>
                		<title>Ralf Dujmovits</title>
                		<link>http://everest-blog.dw-world.de/everest-blog/index.php?section=news_detail&amp;NewsID=69</link>
                		<description>

Ralf Dujmovits hat sein Hobby, das Bergsteigen, zum Beruf gemacht. Seit 15 Jahren veranstaltet der Bergführer mit seinem Unternehmen &quot;Amical Alpin&quot; Expeditionen und Trekkingreisen in fünf Kontinente und bietet Ausbildungskurse in den Alpen an. 

Der 43-Jährige stand bereits auf zehn der 14 Achttausender (darunter die beiden höchsten: Mount Everest und K 2) und ist damit der erfolgreichste deutsche Höhenbergsteiger. Der breiten Öffentlichkeit wurde er vor allem 1999 durch die 33-stündige Live-Fernsehübertragung einer Durchsteigung der Eiger-Nordwand in der Schweiz bekannt.

Auf dem Gipfel des Mount Everest stand er bereits im Herbst 1992: bei stürmischem Wetter, mit Atemmaske. &quot;Damals in noch jungen Jahren war mein Ehrgeiz einfach so groß, dass ich mich für Flaschen-Sauerstoff entschieden habe&quot;, sagt Dujmovits. Jetzt will er den höchsten Berg der Erde auf einer schwierigen Route und &quot;by fair means&quot;, also ohne zusätzlichen Sauerstoff besteigen. 

Ralf Dujmovits hat zwei Kinder. Mit Lebenspartnerin Gerlinde Kaltenbrunner und seinem Sohn Joshua wohnt er in Bühlertal im Schwarzwald. Seit drei Jahren sind Ralf und Gerlinde ein Liebespaar - und eine Seilschaft. Gemeinsam bestiegen sie 2004 gleich zwei Achttausender: die Annapurna I in Nepal und den Gasherbrum I in Pakistan. &quot;Wir leben im Gleichklang&quot;, so Dujmovits.

Trotz über 40 Expeditionen allein im Himalaya und Karakorum gehen dem Bergsteiger aus dem Schwarzwald die Ideen nicht aus: &quot; Eigentlich müsste ich 120 Jahre alt werden, um nur einen Teil dessen realisieren zu können, was ich gerne machen würde.&quot;
</description>
						<pubDate>09 May 2005 05:12:03</pubDate>
                		<guid>http://everest-blog.dw-world.de/everest-blog/index.php?section=news_detail&amp;NewsID=69</guid>
						<enclosure url="http://mp3.dw-world.de/dwelle/blogs/ralf_dujmovits.mp3" length="6597227" type="audio/mpeg" />
					</item>
                	</channel>
              </rss>
